Kabel Deutschland: Ăśbernahme von Premiere "nicht auf der Agenda"
Zwar unterhalte man sich mit Premiere, dabei gehe es aber um den Ausbau der bestehenden Geschäftsbeziehungen, erklärte ein Sprecher des TV-Kabelnetz-Betreibers.
Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) hat Spekulationen um ein Übernahmeinteresse am Pay-TV-Sender Premiere zurückgewiesen. "Das steht bei uns nicht auf der Agenda", sagte ein KDG-Sprecher in München. Zwar unterhalte man sich mit Premiere, dabei gehe es aber um den Ausbau der bestehenden Geschäftsbeziehungen. Grundsätzlich könne man allerdings "in einem so dynamischen Umfeld nicht für alle Zeiten sprechen".
Am Morgen waren an der Börse Gerüchte kursiert, wonach KDG 10,30 Euro je Premiere-Aktie bieten wolle. Auch Premiere wies die Spekulationen zurück. "Uns liegt kein Angebot vor", sagte ein Sprecher des Abosenders. Die Premiere-Aktien zeigte sich von den Dementis aber unbeeindruckt und lag auch am Nachmittag rund 3,5 Prozent im Plus bei 8,20 Euro. "Wo Rauch ist, ist auch Feuer", sagte ein Händler in Frankfurt.
Der Pay-TV-Markt ist derzeit in Deutschland kräftig in Bewegung. Der neue Anbieter Arena hatte Premiere die Rechte an der Fußball-Bundesliga weggeschnappt. Allerdings hat sich Arena bisher noch immer nicht mit der KDG über eine Einspeisung des Programms in die KDG-Kabelnetze geeinigt, während man mit Kabel-BW mittlerweile zu einem Abschluss kam. Zudem ist die Kabeleinspeisung vor allem in Nordrhein-Westfalen und Hessen sichergestellt, wo die Arena-Muttergesellschaft Unity Media über die Tochterunternehmen ish, iesy und TeleColumbus mehr als sieben Millionen Kabelhaushalte betreut. In der Branche gibt es verschiedenste Spekulationen, warum es auch gut vier Wochen vor Start der Bundesliga noch zu keiner Einigung mit KDG gekommen ist. (dpa) / (jk)