Deutscher Kabelverband sieht seine Pläne übererfüllt
Kabel Deutschland, Kabel BW, iesy und ish werden Ende dieses Jahres nach eigenen Angaben mehr Kunden als zuvor geplant erweiterte Dienste wie Internet und Telefon aus dem Kabelnetz bieten können.
Die Mitglieder des Deutschen Kabelverbands werden nach eigenen Angaben bis Ende 2005 ihren Plan, einer Million Haushalte mehr als zu Anfang des Jahres erweiterte Funktionen über das Kabelnetz zu liefern, übertreffen. Damit könnten Anfang 2006 bundesweit 5,8 Millionen Haushalte neben den herkömmlichen Rundfunkdiensten auch Internet und Telefon aus dem Kabelnetz nutzen, teilt der Verband am heutigen Dienstag mit. Ihm gehören Kabel Deutschland, Kabel BW, iesy und ish an.
Zu den Münchner Medientagen, die am 26. Oktober beginnen, wollen die Mitglieder des Kabelverbands mit der Vermarktung in eigener Sache in die Offensive gehen, um Internet und Telefon aus dem Kabel als DSL-Alternative bekannt zu machen. Unter der Adresse Kabelinternet.de sollen ab morgen Verbraucherinformationen zum Thema abrufbar sein. Auf Internet-Portalen schaltet der Verband eine Online-Werbekampagne. Auch will der Verband konkrete Zahlen zum bisherigen Ausbau des Kabelnetzes vorlegen.
Rüttger Keienburg, Präsident des Deutschen Kabelverbands, weist bei dieser Gelegenheit darauf hin, die Mitglieder seines Verbandes würden die "Schlusslicht-Stellung Deutschlands im Breitband-Wettbewerb aufbrechen". Es sei zu bedenken, dass laut OECD das Produktivitätswachstum spätestens 2011 auch in Deutschland zu einem Drittel vom Zugang zum breitbandigen Internet abhänge. Das Marktumfeld sei für die Kabelanbieter derzeit "überreguliert". Deshalb sei ein Abbau der "medienpolitischen Überregulierung", aber auch eine "einseitige Benachteiligung" im Urheberrecht dringend erforderlich." (anw)