Studie: Deutsche Unternehmen setzen beim IT-Outsourcing auf inländische Anbieter
Nach einer aktuellen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung gehen nur 6 Prozent der deutschen Outsourcing-Aufträge ins Ausland.
Nach einer aktuellen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) haben gut 87 Prozent der deutschen Unternehmen IT-Dienstleistungen wie Systembetreuung, Wartung der Hardware, Softwareprogrammierung oder Anwenderunterstützung in mehr oder weniger großem Umfang auf externe Anbieter verlagert. Die Möglichkeit, IT-Dienstleistungen in Länder mit niedrigerem Lohnniveau auszulagern (Offshoring), werde dabei allerdings bislang eher wenig genutzt, stellte das ZEW nach einer Befragung von rund 4400 Unternehmen fest.
So setzten 94 Prozent der Unternehmen auf Anbieter aus Deutschland und nur 6 Prozent arbeiteten mit Partnern im Ausland zusammen. Vorreiter beim Offshoring seien vor allem große Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes mit mindestens 500 Mitarbeitern, von denen derzeit gut 18 Prozent auch mit ausländischen IT-Dienstleistern zusammenarbeiten. Der Anteil der Unternehmen insgesamt, die IT-Dienstleistungen auch von außerhalb der EU beziehen, sei mit deutlich unter einem Prozent bisher sehr gering.
Die Befragung zeige weiter, dass die einzelnen IT-Dienstleistungen unterschiedlich stark von Outsourcing betroffen sind. So hätten gut zwei Drittel der Unternehmen Systembetreuung und Wartung von Hardware teilweise oder vollständig an externe Anbieter ausgelagert und gut 63 Prozent die Programmierung von Software. Jeweils mehr als die Hälfte der Unternehmen vertrauten in den Bereichen Anwenderunterstützung, EDV-Schulung sowie IT-Sicherheit auf die Hilfe von externen Partnern. Der Internetauftritt sowie die Installation neuer Hard- und Software werde von gut der Hälfte der Unternehmen in fremde Hände gelegt. Die Möglichkeit der Auslagerung von Rechenkapazität werde dagegen bislang nur von rund 22 Prozent der Unternehmen genutzt.
Als Motiv für das Outsourcing von IT-Dienstleistungen sei am häufigsten der Wunsch nach Konzentration auf die Kernkompetenzen des eigenen Unternehmens angeführt worden (91 Prozent), dicht gefolgt von den Argumenten, das eigene Unternehmen sei zu klein, um die entsprechenden Leistungen selbst erbringen zu können (84 Prozent), sowie der höheren Qualität der erbrachten Leistungen bei Inanspruchnahme externer Anbieter (86 Prozent). Jeweils drei Viertel der Unternehmen hätten Zeitmangel im eigenen Unternehmen und/oder die niedrigeren Kosten externer Anbieter angegeben. Doch auch rechtliche Gründe (63 Prozent) oder Schwierigkeiten bei der Einstellung geeigneter Fachkräfte (45 Prozent) könnten Gründe sein, IT-Leistungen durch Fremdfirmen bereitstellen zu lassen, analysierte das Wirtschaftsforschungszentrum. (pmz)