Ehemaliger Chef der Enron-Breitbandsparte muss ins Gefängnis
Kenneth Rice muss knapp drei Jahre nach seinem Geständnis wegen Aktienbetrugs für 27 Monate ins Gefängnis.
Kenneth Rice, ehemaliger Chef der Breitband-Sparte von Enron, ist zu einer Gefängnisstrafe von 27 Monaten verurteilt worden. Er hatte sich laut Mitteilung des US-Justizministeriums bereits vor knapp drei Jahren des Aktienbetrugs schuldig bekannt, seine Bestrafung war aber ausgesetzt worden, da er mit den Ermittlern zusammengearbeitet hat. Außerdem hatte er in den Verfahren gegen den früheren Enron-CEO Jeffrey Skilling und den inzwischen verstorbenen Unternehmensgründer Kenneth Lay ausgesagt. Rice entschuldigte sich für sein Verhalten und versprach, sein Leben zu ändern, berichtet das Wall Street Journal.
Rice hatte mit einer Strafe von bis zu zehn Jahren zu rechnen. Ihm war unter anderem zur Last gelegt worden, 1,2 Millionen Enron-Aktien fĂĽr 76 Millionen US-Dollar verkauft zu haben, obwohl er um die miserable Leistung seiner Sparte gewusst habe. Sie hatte nie einen Gewinn erwirtschaftet. Rice muss 13,7 Millionen US-Dollar in bar zahlen und als Besitz abgeben, darunter Schmuck und einige Sportwagen.
Enron war 1985 aus der Fusion zweier Gasunternehmen hervorgegangen. Das Hauptgeschäft bestand ursprünglich im Handel mit Rohstoffen. Seit 1998 konnten bei Enron auf Vorrat unter anderem auch Breitbandkapazitäten zur Datenübertragung erworben werden. Im Oktober 2001 meldete das Unternehmen für das dritte Quartal einen Verlust von 618 Millionen US-Dollar. Dieses Ergebnis musste das Unternehmen nach Prüfung um 586 Millionen US-Dollar nach unten korrigieren. Am 2. Dezember 2001 beantragte Enron Gläubigerschutz, die Aktie wurde wertlos. Damit wurden tausende Arbeitsplätze, ein Marktwert von 60 Milliarden US-Dollar und Pensionseinlagen in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar vernichtet, fasst das Wall Street Journal zusammen. Vorvorige Woche war der COO der Breitband-Sparte, Kevin Hannon, zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. (anw)