T-Mobile modernisiert GSM-Infrastruktur
Dazu ersetzen Ericsson und Alcatel tausende alter GSM-Basisstationen. Außer einer verbesserten Netzqualität verspricht sich der Carrier von der Modernisierung eine Verringerung des Stromverbrauchs der Sendeanlagen um rund 30 Prozent.
Der Mobilnetzbetreiber T-Mobile modernisiert in großem Stil seine vorhandene GSM-Infrastruktur und hat damit die Infrastruktur-Lieferanten Ericsson und Alcatel beauftragt. Ericsson hat die Aufgabe, bis 2007 rund 10.000 veraltete GSM-Basisstationen durch neue zu ersetzen. Seit Juli hat Ericsson über 1000 Standorte modernisiert — wobei die Techniker bemüht sind, den Austausch in verkehrsschwache Zeiten zu legen, um die Verfügbarkeit des Netzes möglichst nicht zu beeinträchtigen. Vom Einsatz der neuen Anlagen versprechen sich die Unternehmen eine "spürbare" Steigerung der Netzqualität. Darüber hinaus soll der Strombedarf der neuen Anlagen 30 Prozent unter dem der ersetzten Sender liegen. T-Mobile investiert in die GSM-Modernisierung einen dreistelligen Millionenbetrag.
Auch Alcatel soll auf Grund eines Rahmenvertrags, der die europaweite Kooperation zwischen den Landesgesellschaften von T-Mobile und dem Zulieferer regelt, bis zum Jahresende rund 1000 GSM-Sendeanlagen in Deutschland austauschen. Infrastrukturlieferant Lucent, der ebenfalls am Aufbau des D1-Netzes Anfang der 1990er Jahre beteiligt war, kommt bei der Modernisierung nicht zum Zuge. Das US-Unternehmen hatte bereits 2001 beschlossen, die Neuentwicklung von GSM-Sendetechnik einzustellen und sich stattdessen auf die Entwicklung von 3G-Mobilfunkinfrastruktur zu konzentrieren. Gegenüber heise online bekräftigte eine Lucent-Sprecherin jedoch, dass das Unternehmen — ähnlich der Ersatzteilversorgung bei älteren Autobaureihen — laufende Wartungsverträge für GSM-Anlagen von Lucent erfülle.
Die damalige DBP Telekom hatte das D1-Netz im Juli 1992 zunächst in Stuttgart, Frankfurt und Köln gestartet und den weiteren Ausbau und Betrieb des Netzes ein Jahr später ihrem Tochterunternehmen DeTeMobil übertragen. Damit erwuchs eine behördeninterne Konkurrenz zum analogen C-Netz, das erst zum 31. Dezember 2000 abgeschaltet wurde. Hatte das C-Netz in puncto Verfügbarkeit im ländlichen Raum lange einen Vorsprung gegenüber den GSM-Netzen, ermöglichten diese den Nutzern erstmals die Erreichbarkeit unter derselben "Funktelefonnummer" auch im Ausland: International Roaming bot das D1-Netz in seiner Frühzeit in einem Dutzend europäischer Partnernetze. (ssu)