Auswirkungen der Kodak-Insolvenz auf deutsche Standorte unklar
Laut Betriebsratsvorsitzendem sind deutsche Gesellschaften vom Insolvenzantrag momentan nicht betroffen. Was die Insolvenz langfristig bedeute, sei aber noch völlig unklar.
- dpa
Der Insolvenzantrag des Foto-Pioniers Kodak in den USA sorgt bei den Beschäftigten in Deutschland für Unsicherheit. Der Konzernbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Eisele sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart: "Wir machen uns Sorgen. Momentan sind die deutschen Gesellschaften von dem Insolvenzantrag nicht betroffen." Was das aber langfristig bedeute sei noch völlig unklar. Das Unternehmen habe in Deutschland noch etwas über 1000 Mitarbeiter. Hauptsitz ist Stuttgart mit etwa 380 Mitarbeitern.
Eisele sagte, am Stammsitz sei eine Betriebsversammlung geplant, um die Beschäftigten über den aktuellen Stand zu informieren. Neben Stuttgart gibt es den Angaben zufolge noch ein Werk für Druckplatten in Osterode, einen Entwicklungsstandort in Kiel sowie eine chemische Fertigung in München.
Am Kodak-Stammsitz in Stuttgart waren zu Hochzeiten einmal 4500 Mitarbeiter beschäftigt, berichtete Eisele. Dort wurden einst Projektoren, Kameras und Kopierer hergestellt. Heute sei dort der Vertrieb, die Verwaltung und der Kundendienst ansässig. Seit 1983 habe es bei Kodak in Deutschland immer wieder einen Personalabbau gegeben. Das Unternehmen hatte einst die analoge Fotografie entscheidend geprägt. Mit dem Wechsel zu digitalen Bildern kam das US-Unternehmen jedoch nie klar.
Eisele sagte: "In der jüngsten Zeit hatte der Konzern die Zeichen der Zeit nicht richtig erkannt." Er habe viel zu spät auf die "digitale Revolution" reagiert. Ab dem Jahr 2005 habe der Niedergang eingesetzt. Im letzten Jahr wurden am Stammsitz in Stuttgart erneut Stellen gestrichen, berichtete Eisele, der auch Betriebsratsvorsitzender am Hauptsitz ist. Ein aktuelles Sparprogramm sei infolge der Schwierigkeiten der Muttergesellschaft zunächst ausgesetzt worden. (keh)