Niederlande: Bußgeld für neun Milliarden unerwünschte E-Mails
Der Chef der niederländischen Regulierungsbehörde lobte die Zusammenarbeit mit Microsoft: Regierung und Unternehmen müssten bei der Bekämpfung von Spam Hand in Hand arbeiten.
- dpa
Für die unverlangte Zusendung von mindestens neun Milliarden E-Mails muss ein Niederländer jetzt ein Bußgeld von 75.000 Euro bezahlen, teilte die Telekommunikationsregulierungsbehörde OPTA mit. Der Mann habe in Spam-Mails für Pornografie, Erektionspillen, Sexartikel und Ähnliches geworben und damit mindestens 40.000 Euro verdient.
Das Bußgeld sei das höchste, das man bislang für die Versendung von Spam-Mails ausgesprochen habe, heißt es bei der OPTA. Das Zusenden unerwünschter elektronischer Post ist nach einer EU-Richtiline seit etwa zwei Jahren verboten. Versender von Werbung per Mail, Telefax oder SMS-Texten für Mobiltelefone müssen die Empfänger um Zustimmung fragen und dürfen ihre eigene Identität nicht verbergen. Die OPTA hat früher schon Geldbußen gegen Spammer verhängt, Ende 2004 beispielsweise 42.500 Euro gegen einen für insgesamt vier Werbemail-Serien verantwortlichen Spammer.
Als besonders belastend wertete die niederländische Behörde, dass der Mann durch Manipulation Hunderter von Computern die Systeme nichtsahnender Internetnutzer für den Versand von Spam benutzte. Die Behörde kam ihm unter anderem durch Hinweise von Microsoft auf die Spur; OPTA-Chef Chris Fonteijn hält es für ein gutes Zeichen, dass Firmen wie Microsoft Verantwortung für die Internet-Sicherheit übernähmen: "Für eine effektive Bekämpfung von Spam ist es wichtig, dass Regierung und Unternehmen Hand in Hand arbeiten." (dpa) / (jk)