Web-2.0-Bedienungsanleitung - mit kleinem Schönheitsfehler

Der Bundesverbands Digitale Wirtschaft beschreibt in einem Web-2.0-Leitfaden eine Website als "Best Practice", die jüngst ihre Pforten schließen musste.

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Das Web 2.0 scheint bei Unternehmern immer noch eine Menge Fragen aufzuwerfen: Was ist das eigentlich, das Web 2.0? Ist es gefährlich für meine Firma? Was muss ich tun, um mein Unternehmen Web-2.0-fit zu bekommen? Der Arbeitskreis "Erfolgsfaktoren im E-Commerce" des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) will jetzt Firmen mit einer kostenlosen kleinen Broschüre (PDF-Datei) helfen.

Der Leitfaden umreißt den Begriff Web 2.0 und seine Bedeutung für den E-Commerce. Außerdem beschreibt er verschiedene Web-2.0-Websites als so genannte Best Practices ausführlich. Bei Cyberport24 zum Beispiel lobt der Report das sehr moderne Layout und die "starke Nutzung aktueller Techniken". cyberport.24 gibt es aber seit dem 18. Juni nicht mehr: Auf der Website weisen eine Todesanzeige und der Claim "Ich kam, sah und kaufte!" darauf hin, im Mitarbeiter-Blog Cyberbloc beschreibt Sven Kaulfuß detailliert, woran das Projekt gescheitert ist. Cyberport.24 sollte ähnlich dem Vorbild Woot pro Tag nur einen Artikel verkaufen, stolperte aber über ganz klassische Probleme wie unattraktive Produkte und zu geringe Werbeetats. Darüber hinaus bezweifelt Kaulfuß aber mittlerweile auch ganz generell die Chancen des Woot-Konzepts in Deutschland.

Wer sich für ein Web-2.0-Engagement interessiert, erhält jetzt also Lesestoff zu den Chancen und den Risiken. Das gesamte cyberport.24-Blog übrigens gehört auch zur raren Gattung der gelungenen Firmenblogs: persönlich, informativ und offen. (jo)