Telekom Austria erhöht Festnetz-Preise
In Österreich erhöht A1 die Preise für Festnetzanschlüsse und ändert die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. In Zukunft dürfen die Preise demnach entsprechend der Inflation automatisch erhöht werden.
Der österreichische Ex-Monopolist A1 (Telekom Austria) erhöht die Preise der Anschlüsse für Festnetz-Sprachtelefonie (analog und ISDN). Ab 1. April liegt der Mindestpreis bei 16,80 Euro (bisher 15,98). Zudem wird eine Reihe weiterer Leistungen verteuert, während einzelne Einmalgebühren günstiger werden. Den größten absoluten Preisschub gibt es bei den ebenfalls angebotenen Alarmanlagen-Diensten, die monatlich fünf Euro mehr kosten werden. Verzugszinsen werden von einem variablen Wert von derzeit 5,38 Prozent auf fix zwölf Prozent angehoben.
Weitreichendere Auswirkungen haben Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Demnach sollen die Preise zukünftig einmal im Jahr automatisch steigen, wenn die Inflation zwei Prozentpunkte gegenüber dem Ausgangswert erreicht. Außerdem ist in der noch nicht veröffentlichten Neufassung vorgesehen, dass A1 in Zukunft Preise einseitig erhöhen oder Leistungen einschränken kann, wenn sich der Kunde nicht wehrt. Diesmal aber können betroffene A1-Kunden ihren Anschluss bis 31. März ohne Strafzahlung kündigen, auch wenn die Mindestvertragsdauer noch nicht abgelaufen ist. In einer schriftlichen Erklärung muss dazu ausdrücklich eine außerordentliche Kündigung ausgesprochen werden.
Seit der Marktliberalisierung war die österreichische Telekommunikationsbranche ein Inflationsdämpfer. Nun wird sie zum Inflationstreiber. Orange Austria und T-Mobile Austria haben Inflations-Klauseln bereits vergangenes Jahr eingeführt. 2011 kamen auch die "Servicepauschalen" in Mode, zunächst bei Festnetz-Internet, dann im Mobilfunk. Die Anbieter kassieren dabei zusätzlich zu den monatlichen Grundgebühren ein jährliches Entgelt, was Preisvergleiche erschwert.
An alternativen Anbieter von Festnetzdiensten in mehr als zwei Bundesländern gibt es nur noch zwei, Tele2 und UPC. Beide bieten Anschlüsse für reine Sprachtelefonie ab 9,90 Euro (bei UPC nur in verkabelten Gebäuden). UPC gab auf Anfrage von heise online an, bei den Preiserhöhungen von A1 nicht nachzuziehen sondern die Tarife stabil zu halten. (mho)