MIT und Nokia gründen gemeinsames Forschungslabor
Im "Nokia Research Center" in Cambridge, Massachusetts, wollen 40 Wissenschaftler vom Hersteller und dem MIT-Institut für Computerwissenschaft und künstliche Intelligenz (CSAIL) am Informations-"Ökosystem" der Zukunft forschen.
Die Forschungsabteilung des finnischen Handy-Weltmarktführers Nokia und das Massachusetts Institute of Technology Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) wollen ein gemeinsames Forschungszentrum errichten, das zum 1. Januar 2006 seine Arbeit aufnehmen soll. Nahe dem CSAIL-Hauptgebäude sollen jeweils 20 Entwickler von CSAIL beziehunsgsweise Nokia an einem Informations-"Ökosystem" der Zukunft forschen.
Bei dem geplanten Vorhaben sollen – über die heute gewohnten Handheld-Geräte hinaus – neuartige Endgeräte eine Rolle spielen, die auf Sprache oder auf andere sensorisch erfassbare Veränderungen in ihrer Umwelt reagieren. MIT-Forscher hatten im August mit dem "Jerk-O-Meter" ein Messgerät vorgestellt, das über den Aufmerksamkeitsgrad des Gesprächspartners am Handy Aufschluss gibt.
Weitere Forschungsaspekte sind die Entwicklung von Hardware mit geringem Energieverbrauch, neue Nutzerschnittstellen, die Weiter- und Neuentwicklung von Mobile-computing-Plattformen und semantischer Informationssysteme, deren Leistungsfähigkeit die des WWW in seiner heutigen Form hinausgeht. Nokia zufolge sind bereits fünf konkrete Forschungsprojekte für das "Nokia Research Center Cambridge" getaufte Labor geplant worden, das fußläufig zum Hauptgebäude des CSAIL angesiedelt ist.
Vom gemeinsamen Forschungszentrum erwartet CSAIL-Direktor Professor Rodney Brooks, dass die Arbeit von Industrie- und Institutsangehörigen unter einem gemeinsamen Dach der Forschung zu einer besonderen Dynamik verhilft. Dadurch will man separaten Forschungsaktivitäten auf verschiedenen Kontinenten und in verschiedenen Zeitzonen überlegen sein. (ssu)