Telekom vor Strukturveränderungen?

Eine Studie sieht kaum noch Wettbewerbsvorteile durch das eigene Netz der Telekom; mit Media & Broadcast soll demnächst ein weiteres Geschäftsfeld selbständig werden.

vorlesen Druckansicht 90 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • Herbert Braun

Das eigene Netz ist für die Zugangsangebote der Telekom kaum mehr ein Wettbewerbsvorteil – zu dieser Einschätzung kommt eine Studie der Telekom-eigenen Unternehmensberatung Detecon, die der Wirtschaftswoche vorliegt. Nur noch bei 23 Prozent der untersuchten 220 Telekom-Dienstleistungen profitiert der Rosa Riese von seiner Infrastruktur, die ihm die Kontrolle über die Übertragungsqualität ermöglicht.

Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Bandbreite und Netzqualität stellt sich für den Detecon-Berater George Salisbury die Frage nach der Existenzberechtigung der Telekom in ihrer heutigen Form. Die Studie skizziert auch das Szenario, dass die Telekom nur noch eine Netzpauschale erhält, aber als Dienstleister für Endkunden nicht mehr in Erscheinung tritt.

In näherer Zukunft scheint sich die Telekom von einem anderen Geschäftsfeld trennen zu wollen: dem milliardenschweren Bereich Media & Broadcast der Tochterfirma T-Systems, der als Dienstleister für Radio und Fernsehen arbeitet und diverse Fernsehtürme besitzt. Eine Entscheidung über die Ausgliederung soll bis Monatsende fallen. An den Börsen sieht man den Verkauf als Befreiungsschlag für Telekom-Vorstandsvorsitzenden Obermann. (heb)