Keine Trabi-Touren in Leipziger Umweltzone
- ssu
In der Leipziger Umweltzone darf es bis auf weiteres keine Stadtrundfahrten im Trabant geben. Ein Touristik-Anbieter, der für seine zwölf nostalgischen Trabants bei der Stadt eine Ausnahmegenehmigung erreichen will, hat vor dem Verwaltungsgericht Leipzig eine Niederlage erlitten.
Die Genehmigung könne nur erteilt werden, wenn der Firma anderenfalls eine Existenzgefährdung drohe, entschied das Gericht in einem vorläufigen Rechtsschutzverfahren. Die Firma habe – anderes als ein Konkurrenz-Anbieter – aber nicht beweisen können, dass sie ohne die Trabitouren pleitegehen würde.
Mit über 3 Millionen Exemplaren war der Trabant das mit Abstand meistgebaute Auto in der DDR.
(Bild: Hans Weiß)
Gegen den Beschluss könne Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen eingelegt werden, teilte das Gericht am heutigen Donnerstag mit. Die Geschäftsführerin der betroffenen Saxonia Touristik, Karen Ulber, kündigte an, vor das OVG ziehen zu wollen. Sie werde sich nicht mit dem Hinweis des Leipziger Ordnungsamtes abfinden, sie könne die Touren ja in Städten veranstalten, wo es keine Umweltzone gibt.
Die Leipziger Umweltzone gilt seit 1. März 2011. Sie umfasst weite Teile der Stadt. Trabis müssen seither grundsätzlich draußenbleiben. Laut Ulber ist es unmöglich, die Trabant mit Zweitaktmotor so nachzurüsten, dass sie eine grüne Plakette bekommen können.
Anders sieht es bei den wenigen zehntausend gebauten Trabant mit Viertaktmotor aus. 1990 wurde der Trabant 1.1 kurzzeitig im neuen VW-Werk Zwickau-Mosel gefertigt, bevor er dem VW Polo komplett weichen musste. Zuvor waren sie sogar eine Zeit lang parallel gebaut worden. Doch bereits ein paar Jahre vor dem Zusammenbruch der DDR hatte Volkswagen mit der ostdeutschen Autoindustrie Lizenzbauten von Viertaktmotoren ermöglicht. Ausgerechnet die Leipziger Messe war seinerzeit eine wichtige Drehscheibe für die Anbahnung solcher deutsch-deutscher Geschäfte. (dpa) (ssu)