Die Woche: Freibier!
Open-Source-Entwickler wollen mit ihren Programmen zwar kein Geld verdienen, für eine kleine Anerkennung sind sie aber immer zu haben. Wie wär's also mit einem Freibier?
Open-Source-Entwickler sind schon eine merkwürdige Spezies: Sie vergraben sich wochen- und monatelang vor ihren Rechnern, verschenken die Früchte ihrer Arbeit in alle Welt und freuen sich auch noch darüber, wenn jemand ihre Programme benutzt. Kommt ein Programm sogar bei einem Großkonzern zum Einsatz, kennt der Stolz fast keine Grenzen – auch wenn es das Unternehmen ist, das die Millionen damit macht, und nicht die Entwickler.
Als Gegenleistung verlangen sie allenfalls, dass man mithilft, das Programm zu verbessern. Das Mindeste sind Bug-Reports, viel besser sind hingegen Patches, die ein Problem gleich lösen oder neue Funktionen hinzufügen. Der Lohn ist also in erster Linie der Spaß, den man bei der Entwicklung des Programms hat, und außerdem der Erfolg, wenn sich möglichst viele andere an der Weiterentwicklung beteiligen. Schnöder Mammon spielt hier keine Rolle, man neidet auch niemandem das Geld, das er durch den Einsatz freier Software spart oder verdient.
Was man aber erwarten kann ist, dass sich hin und wieder mal jemand bedankt und die Leistung anerkennt. Wer sich mit der Arbeit anderer eine goldene Nase verdient, dem fällt kein Zacken aus der Krone, wenn er den Entwicklern – sagen wir mal – einfach ein Bier spendiert. Mehr muss es gar nicht sein, nur eine kleine Anerkennung der geleisteten Arbeit.
So könnte zum Beispiel einfach jemand die Getränkerechnung für das Social Event der nächsten Linux Plumbers Conference übernehmen. Auf diese Weise würden man vielen Kernel-Entwicklern sprichwörtlich einen Drink spendieren. Craigslist wählte eine andere Lösung und bedankte sich beim Perl-Projekt, indem man der Perl Foundation gleich 100.000 US-Dollar zusteckte. Das Geld soll nicht nur bei verschiedenen Projektaktivitäten ausgegeben werden, sondern auch in die Wartung und Weiterentwicklung des Perl-Core fließen.
Große Firmen wie die Linux-Distributoren Red Hat und Suse, aber auch IBM, Google und viele andere, die Linux für ihre Kerntätigkeit einsetzen, beschreiten einen anderen Weg: Sie stellen einfach ein paar freie Entwickler ein, damit sie sich ganz auf ihr Projekt konzentrieren können, oder leisten sich eigene Abteilungen, die sich mit der Weiterentwicklung von Open-Source-Software beschäftigen. Auch wenn dies überwiegend aus eigenem Interesse geschieht, fließen die Ergebnisse üblicherweise wieder in die freien Projekte zurück, sodass letztlich alle etwas von dem Engagement dieser Firmen haben. Dennoch behält so ein Freibier seine ganz eigene, persönliche Note. Bitte mehr davon! (mid) (mid)