IG Metall und Infineon vor Durchbruch bei Verhandlungen
"Wir konnten uns mit Infineon über Eckpunkte verständigen", meinte der Streikleiter der IG Metall; am heutigen Freitagmittag sollen die Verhandlungen um das von Schließung bedrohte Münchner Infineon-Chipwerk wieder aufgenommen werden.
Im Konflikt um das bestreikte und von Schließung bedrohte Infineon-Werk München-Perlach stehen Konzernführung und IG Metall möglicherweise vor einem Durchbruch. Beide Seiten wollen noch am Freitag die Verhandlungen wieder aufnehmen. "Wir haben positive Signale von Infineon bekommen", sagte Streikleiter Michael Leppek: "Wir konnten uns mit Infineon über Eckpunkte verständigen."
IG Metall und Infineon wollen sich am heutigen Freitagmittag in Ingolstadt erneut zu Gesprächen treffen, um Einigungsmöglichkeiten auszuloten. Mit einer Kundgebung auf dem Werksgelände in München will die Belegschaft am Vormittag die Verhandlungsposition der Gewerkschaft stärken. "Wir erwarten rund 800 Leute", sagte Leppek.
An einem Gespräch am Donnerstag nahmen Infineon-Chef Wolfgang Ziebart und Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer teil. Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) hatte die Moderation übernommen und die Gespräche "wieder ins Rollen gebracht", sagte Leppek. Um Mitternacht hatten sich beide Seiten darauf geeinigt, erneut Verhandlungen aufzunehmen.
Die IG Metall will höhere Abfindungen und eine Beschäftigungsgesellschaft für die 800 betroffenen Mitarbeiter durchsetzen, wenn das Werk Anfang 2007 dicht gemacht wird. "Die Beschäftigten stehen hinter den Forderungen derDelegation", sagte Leppek. Die Gewerkschaft erwarte zu ihrer Kundgebung am Vormittag wieder Unterstützung durch Delegationen aus dem ganzen Bundesgebiet. (dpa) / (jk)