Erstes kommerzielles White-Space-Funknetz in Betrieb

Die ersten White-Space-Geräte binden Überwachungskameras, WLAN-Hotspots und eine Mülldeponie mit niedriger Datenrate ins städtische Funknetz von Wilmington ein.

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Der durch die Abschaltung analoger TV-Sender in den USA frei gewordene "Weiße Raum" (White Space) wird erstmals kommerziell genutzt. Das New Hanover County in North Carolina hat in der Stadt Wilmington vergangene Woche einige White-Space-Sender in Betrieb genommen. Sie dienen der Anbindung von Überwachungskameras, einer Mülldeponie und öffentlicher WLAN-Hotspots. "Es hat uns bisher etwa 20.000 Dollar gekostet, eine Überwachungskamera zu installieren", sagte Bürgermeister Bill Saffo, "Heute, mit dieser White Space Technologie, können wir die Kameras zu einem Bruchteil der Kosten platzieren."

Zum Einsatz kommen dabei Agility White Space Radios (AWR) Geräte von KTS Wireless. Sie senden auf 6 MHz breiten Kanälen mit 1,5 oder 3,1 MBit/s, bis zu 4 Watt effektiver isotroper Strahlungsleistung (36 dBm EIRP) und entweder Halb-Duplex (wechselweise) oder Simplex (nur eine Richtung). Um Störungen der benachbarten Fernsehsender zu vermeiden, müssen die Geräte eine kommerzielle Datenbank abfragen. Dort erfahren sie, welche Frequenzen am jeweiligen Standort zu meiden sind und können anschließend das Spektrum nach verbleibenden freien Kanälen durchsuchen. Die erste einschlägige Datenbank wird von Spectrum Bridge betrieben und heißt SpecEx. Ihren Daten zu Folge stehen in New Hanover 150 MHz zur Verfügung. White-Space-Funknetze werden auch in Großbritannien getestet. (jo)