Nikon D200 kommt mit 10,2 Megapixeln [Update]
Pannen bei Nikon bescheren erste Daten und Fotos einer neuen digitalen Spiegelreflexkamera von Nikon. Auf den ersten Blick hat sie mehr mit dem Spitzenmodell D2X als mit den Einsteigermodellen D70 oder D50 gemeinsam.
Nikon steht offenbar kurz vor der Präsentation einer neuen digitalen Spiegelreflexkamera – gerüchteweise am 1. November. Ähnlich wie bei Canons 5D führte eine PR-Panne bei Nikon dazu, dass nun erste hochauflösende Fotos die bislang in Handy-Qualität verfügbaren Bilder bestätigen, die schon seit Wochen durch einschlägige Internet-Foren geistern. Zusammen mit technischen Daten auf einer von Nikon heute ebenfalls vorzeitig freigeschalteten Flash-Informationsseite ergeben sie ein recht genaues und plausibles Bild der D200 samt ihrer technischen Eigenschaften.
Danach wird die Kamera mit einem 10,2 Megapixel auflösenden CCD-Sensor im üblichen Nikon-DX-Format bis zu 5 Bilder pro Sekunde aufnehmen können. Aufmerksame Beobachter haben nachgerechnet, dass bei 10,2 Megapixeln und gleichzeitiger Speicherung im uncompressed-RAW- und JPEG-Format in "Fine"-Qualität 44 Bilder auf eine 1GByte-CF-Karte passen – genau dies zeigt das Kameradisplay auf dem Foto an. Das Magnesiumgehäuse, die 3D-Color Matrixmessung II mit 1005 Pixeln, der 11-Punkt-Autofokus und der auf 100.000 Auslösungen spezifierte Verschluss lassen auf eine enge Verwandschaft mit dem Highend-Modell D2X schließen. Diese verfügt jedoch im Unterschied zur D200 über einen mit 12,4 Megapixeln etwas höher auflösenden CMOS-Sensor und ein gegen Staub und Spritzwasser abgedichtetes Gehäuse mit eingebautem Vertikalgriff. Unklar ist momentan, ob das Gehäuse der neuen "digitalen F100" ebenfalls wetterfest ist. Die Ladung eines Akkus vom Typ EN-EL3e soll übrigens für 1800 Bilder gut sein. Auf der kolportierten Flash-Seite gibt Nikon den Preis für die D200 mit knapp 1700 US-Dollar an.
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Nach neuesten, unbestätigten Informationen soll das D200-Gehäuse wetterfest sein. Von 11 Fokuspunkten des neuen Autofokus-Moduls Multi-CAM 1000 besitzt nur einer kreuzförmig angeordnete Sensoren (D2X: 9). Die Auslöseverzögerung beträgt 52 ms (D2X: 36 ms). Der Sucher soll 96 Prozent (D2X: 100 Prozent) des endgültigen Bildes anzeigen und dabei 0,91-fach (D2X: 0,86-fach) vergrößern.
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Besser als beim Spitzengerät D2X ist aber wohl der 2,5-Zoll-Monitor: "Ultra-Wide Viewing Angle" verheißt eine ähnliche Unabhängigkeit vom Einblickwinkel wie bei Canons neuer Vollformat-Kamera 5D. Somit ziehen auch kleine und stromsparende LCDs diesbezüglich mit guten Desktop-Flachbildschirmen gleich. Erst OLED-Displays – von Canon ab 2007 als LCD-Ersatz bei Kameras vorgesehen – werden den nächsten Qualitätsschub bringen.
Zusammen mit der D200 soll außerdem eine neues Objektiv auf den Markt kommen: Das DX-Nikkor zoomt von 18 bis 200 mm bei einer Lichtstärke von 3,5 bis 5,6. Es ist für Sensoren in DX- respektive APS-C-Größe gerechnet und bietet somit an der D200 den Bildwinkelbereich eines 27–300mm-Zooms für Kleinbildkameras. Außerdem fokussiert es per Ultraschallmotor; das VR-System (Vibration Reduction) bietet eine optische Bildstabilisierung, die bis zu achtfach längere Belichtungszeiten zulässt.
Als Nachfolger des veralteten SB-29s bringt Nikon anscheinend endlich ein iTTL-fähiges Makroblitzgerät sowie das passende kameraseitige Endstück zur drahlosen Ansteuerung via Infrarot. Vermutlich lassen sich damit auch andere iTTL-fähige Blitzgeräte wie SB-600 und SB-800 auslösen. Falls kein Frontalblitz erwünscht ist, muss damit nun nicht mehr ein komplettes Blitzgerät zur Ansteuerung der übrigen Blitzgeräte geopfert werden. (mhe)