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Airdata will Netz ausbauen und startet VoIP-Pilotversuch

Der Breitbandanbieter will massiv in den Ausbau seines Versorgungsgebiets investieren. Davon könnten auch Kunden in Kleinstädten ohne DSL-Versorgung profitieren.

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Der Breitbandanbieter Airdata (Halle 12, Stand B50) plant, binnen eines Jahres zahlreiche weitere Ballungszentren per Funk mit Breitbandanschlüssen zu versorgen. Rund 100 Millionen Euro will das Unternehmen dazu investieren. Da die Lizenzen von Airdata allerdings vorläufig bis Ende 2007 befristet sind, wartet das Unternehmen nun "auf ein positives Signal der Regulierungsbehörde", so Vorstand Christian Irmler.

Vom Ausbau profitieren könnten auch Kleinstädte, die nicht oder nur in kleinen Bereichen mit DSL versorgt sind. So ist Airdata beispielsweise bereits in Bensberg im Bergischen Land präsent und konnte dort auf Anhieb unter den 5600 Einwohnern eine dreistellige Zahl Kunden akquirieren. Die Backbone-Anbindung solcher Versorgungsgebiete kann kostengünstig über Richtfunk erfolgen, wenn die Infrastruktur unzureichend ist.

Die Anbindung des einzelnen Kunden läuft über UMTS, die Signalstärke im Versorgungsgebiet ist für den Inhouse-Empfang ausgelegt. Die Bandbreite beträgt bis zu 1024 kBit/s im Downstream und 128 kBit/s im Upstream. Der Kunde kann den Dienst von einem beliebigen Standort nutzen, sofern er dort das Signal einer Basisstation empfangen kann.

Airdata gibt an, dass man die Latenzzeit bereits auf 80 bis 90 Millisekunden gesenkt habe und weitere Verbesserungen plane; Schwankungen der Laufzeiten träten kaum auf. Die Qualität der Verbindung würde damit für Anwendungen wie Online-Spiele oder Internet-Telefonie ausreichen. Ein Pilotprojekt für Voice over IP ist in Bensberg geplant. Das Unternehmen besitzt WLL-Lizenzen für insgesamt 34 Versorgungsgebiete und könnte damit theoretisch mehr als 60 Prozent der Bevölkerung versorgen. (uma)