Viel Displayfläche, wenig Marge

Kurzzeitiger Einbruch des Panelabsatzes, weiterhin mehr Fernseher verkauft, neue Diagonalen in Sicht: Im TV-Bereich mĂĽssen sich auch die etablierten Hersteller strecken.

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Stagnation auf hohem Niveau: Auch 2011 wurden rund 215 Millionen TV-Panels ausgeliefert, gegenüber 2010 war der Absatz aber leicht rückläufig.

(Bild: Quelle: Displaybank)

Die erfolgsverwöhnten Displayhersteller mussten 2011 im TV-Bereich erstmals einen leichten Rückgang des Panelabsatzes hinnehmen: Nach über 40 Prozent Zuwachs in den Jahren 2009 und 2010 wurden im vergangenen Jahr mit rund 215 Millionen Stück weltweit 1,1 Prozent weniger TV-Panels ausgeliefert als im Vorjahr. Der Verkauf kompletter Flachbildfernseher stieg allerdings auch 2011, nämlich um 8,8 Prozent.

Schuld am negativen Jahresvergleich bei den Panels waren nach Einschätzung der Marktbeobachter von Displaybank die rückläufige Weltwirtschaft sowie Überkapazitäten aus dem Vorjahr, die zunächst abgebaut werden mussten. Im kommenden Jahr soll es bereits wieder aufwärtsgehen: Displaybank rechnet mit 239 Millionen LCD-TV-Panels, was einem Zuwachs von 8,3 Prozent entsprechen würde. Die Preise für die schlanken TV-Displays werden indes kaum steigen, hier mussten die Hersteller in der Vergangenheit erhebliche Einbußen wegstecken. So kostet heute ein 46-zölliges Panel etwa 285 US-Dollar – vor gar nicht langer Zeit bekamen die Hersteller noch das Doppelte dafür.

Die 215 Millionen TV-Panels waren allerdings in der Fläche deutlich größer als in den Vorjahren. So verzeichnete DisplaySearch Ende des Jahres einen signifikanten Wechsel zu Fernsehern 40 Zoll Diagonale (1,02 m) – die beliebteste Größe war lange Zeit 32 Zoll respektive 82 cm Diagonale. Außerdem setzen Unternehmen wie Sharp auf sehr große Diagonalen jenseits der 70 Zoll (1,78 m). In der Folge sollen 2012 nach Einschätzung von DisplaySearch 85 Millionen Quadratmeter Panelfläche für LCD-Fernseher verkauft werden – diese Displayfläche würde 12.000 Fußballfelder oder (bis auf wenige Randbezirke) ganz Würzburg bedecken.

In diesem Jahr werden zudem einige neue Displaygrößen in den Märkten erscheinen: Während bislang 40 Zoll (1,02 m, VA-Technik) beziehungsweise 42 Zoll (1,07 m, IPS-Technik) und 46 Zoll (1,17 m, VA) beziehungsweise 47 Zoll (1,19 m, IPS) vorherrschten, kommen nun Diagonalen von 39 Zoll (99 cm), 43 Zoll (1,09 m) und 48 Zoll (1,22 m) dazu. Hintergrund der neuen Diagonalen: In den Fabriken können die Hersteller dank verfeinerter Produktionsprozesse und einer optimierten Ansteuerung von Displaytransistoren und Backlight aus demselben Glassubstrat genauso viele Panels mit den etwas größeren Diagonalen schneiden wie zuvor mit den bekannten Größen.

Auf diese Weise lassen sich die Panelpreise pro Bilddiagonale senken – und die niedrigeren Preise sollen durchaus beim Verbraucher ankommen. So werden die neuen Diagonalen zunächst vor allem in aufstrebenden Ländern des asiatischen Raums angeboten. Angesichts des enormen Preisdrucks im Fernsehgerätemarkt auch hierzulande darf man aber davon ausgehen, dass die 39-, 43- und 48-Zöller im Laufe des Jahres auch bei uns ankommen werden. (uk)