LG setzt auf EDGE-Technik von Infineon

Der südkoreanische Elektronikkonzern rüstet seine EDGE-Handys in Zukunft mit Chips von Infineon aus. Beide Partner halten sich mit finanziellen Details des Großauftrags vornehm zurück.

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Der südkoreanische Elektronikkonzern LG Electronics setzt bei zukünftigen EDGE-Handys auf Technik des Münchner Unternehmens Infineon. Als erstes LG-Handy mit dem Infineonchipsatz soll ein EDGE-fähiges Modell des "Chocolate" noch innerhalb der nächsten zehn Tage auf den Markt kommen. Mit EDGE (Enhanced Data rates for GSM Evolution) sind bis zu dreimal schnellere Datenverbindungen als mit herkömmlicher Technik möglich.

Die Infineon-Plattform integriert einen Basisbandprozessor, einen RF-Transceiver für vier Frequenzbereiche, Energiemanagement, einen Bluetooth-Chip und eine Software-Suite für EDGE-Mobiltelefone. Das Nutzerinterface ist vollständig auf Kundenwünsche anpassbar, das bei Mobilfunkkunden nicht unbedingt beliebte Branding damit auch mit Infineon-Technik kein Problem. Der Aufwand dafür soll dank der neuen Plattform bedeutend geringer sein. Die MP-E-Plattform unterstützt unter anderem die Standards GSM, GPRS und EDGE sowie mit dem Quadband-RF-Transceiver Sende- und Empfangsfunktionen in allen gängigen Frequenzbereichen. Zu den weiteren Merkmalen gehören Videofunktionen, Video-Streaming, Kamera, MP3-Wiedergabe, Bluetooth, Infrarot und USB 2.0.

Infineon hatte die Plattform auf der 3GSM in Barcelona vorgestellt und das Interesse von LG geweckt. Unter der Berufung auf Branchenkreise hatte das Handelsblatt gemeldet, Infineon habe sich bei dem Großauftrag gegen den Konkurrenten Texas Instruments durchgesetzt, obwohl dessen Lösung als führend gelte. Nach Einführung der Technik mit dem neuen LG KG800 "Chocolate" sollen etwa ein halbes Dutzend weitere Geräte nach und nach auf den Markt kommen. Über Stückzahlen oder das finanzielle Volumen des Auftrags wollten weder Infineon noch LG konkrete Angaben machen. Bei dem "Chocolate" handele es sich aber um ein populäres Gerät, die Stückzahlen dürften sich entsprechend entwickeln, hieß es dazu aus München.

Mit dem Geschäft setzte Infineon seine Emanzipation von Benq-Siemens fort. Der Chiphersteller will sich verstärkt nach anderen Großkunden umsehen, nachdem die von Benq übernommene ehemalige Siemens-Handysparte mit Marktanteilsverlusten zu kämpfen hatte. Neben Panasonic und Samsung wird Infineon in Zukunft auch den großen chinesischen Handyhersteller Ningbo Bird beliefern, der zeitweise als ein möglicher Käufer der Siemens-Handysparte gehandelt wurde. (vbr)