GPL-Verstoß: ATK gegen WEKA, die Fortsetzung
Das kommerzielle, nicht-quelloffene Sicherheitstool Interest Security Scanner soll Code-Anteile eines unter der GPL lizenzierten Programms enthalten und damit gegen die Lizenz und das Urheberrecht verstoßen.
Software-Entwickler Marc Ruef, der die Verlagsgruppe WEKA Business Information GmbH & Co. KG des Code-Diebstahls beschuldigt hatte, sieht in dem fast vollständigen Zurückziehen des betroffenen Produkts Interest Security Scanner vom Markt eine Teilkapitulation der WEKA. In einer offiziellen Stellungnahme gegenüber heise online hatte der WEKA-Geschäftsbereich Interest jedoch jegliche Urheberrechtsverletzung bestritten und die Vorwürfe zurückgewiesen.
Ruef zufolge habe das Unternehmen ohne sein Wissen in dem proprietären, kostenpflichtigen Security-Scanner Quellcode aus Ruefs ATK-Projekt benutzt, das unter der GPL steht und somit eine Wiederverwendung und Weiterverbreitung des Codes gleichfalls unter dieser Lizenz vorschreibt. Inzwischen habe WEKA die Produktwebseite für den kommerziellen Sicherheitsscanner kommentarlos auf die Interest-Startseite umgeleitet und zudem sämtliche Verweise auf die Software auf seinen Seiten entfernt.
In einem Schreiben fordert der Entwickler WEKA nun auf, ihm die bislang angefallenen Kosten für seinen Aufwand und die Lizenzierung des übernommenen Quellcodes zu erstatten. Den Gesamtbetrag in Höhe von 50.000 Schweizer Franken (knapp 32.000 Euro) will Ruef an eine nicht näher genannte Wohltätigkeitsorganisation spenden. Außerdem soll WEKA in einem offiziellen Eingeständnis Ruefs Forderungen als berechtigt erklären und sich bei ihm entschuldigen. (akl)