Wikileaks-"Whistleblower": Manning soll vors Militärgericht
Der mutmaßliche Wikileaks-Informant Manning wird sich vor einem Militärgericht verantworten müssen, detaillierte Informationen über den Irak- und den Afghanistan-Krieg sowie zahllose Diplomaten-Schreiben "bewusst und methodisch" weitergegeben zu haben.
Er soll durch die Weitergabe vertraulicher Informationen für eine beispiellose Blamage der USA gesorgt haben: Brad Manning, ehemaliger Nachrichten-Experte der US-Army, wird nach Angaben der US-Armee vor ein US-Militärgericht gestellt. Manning soll während seines Dienstes im Irak über 700 000 meist geheime Dokumente weitergegeben haben, die anschließend bei Wikileaks veröffentlicht wurden. Die von der Staatsanwaltschaft erhobenen 22 Anklagepunkte würden an das Militärgericht weitergegeben. Unter anderem wird Manning vorgeworfen, geheime Dokumente unrechtmäßig verbreitet und den Feind unterstützt zu haben. Ihm droht eine Verurteilung zu lebenslanger Haft.
Die Anklagebehörde hat nach eigenen Angaben erdrückende Beweise dafür, dass Manning bewusst und methodisch interne Dokumente aus ihm zugänglichen Computern gezogen habe, um sie Wikileaks zuzuspielen. Auf diese Weise kamen detaillierte Informationen über den Irak- und den Afghanistan-Krieg sowie zahllose Diplomaten-Schreiben an die Öffentlichkeit. Die Verteidigung hatte dagegen bei einer Anhörung zur Milde aufgerufen; durch die Enthüllungen sei kein Schaden entstanden. Daher seien 30 Jahre Haft angemessen. (dpa)/ (uh)