Corning und Samsung wollen gemeinsam OLEDs fertigen
Samsung und Corning wollen gemeinsam die Produktion von Substraten fĂĽr organische Displays voranbringen. In der Kapitalgesellschaft soll Cornings Lotus Glas und Samsung OLED-Technik kombiniert werden.
Displayspezialist Samsung und Glasspezialist Corning wollen gemeinsam Glassubstrate für organische Displays entwickeln. Dazu wollen die Unternehmen laut Digitimes eine in Korea beheimatete Kapitalgesellschaft gründen. Diese soll vor allem Samsung Mobile mit Glas versorgen, aber auch andere in Korea ansässige Unternehmen bedienen. Corning ist bereits mit eigenen Werken an Fabrikstandorten von Samsung vertreten.
Mit "Lotus Glas" hatte Corning im Herbst vergangenen Jahres eine neue Glassorte vorgestellt, die sich besonders für die Herstellung von Displays mit LTPS-Substrat und Oxidhalbleiter-Transistoren eignen soll. Beides sind Verfahren, die in OLEDs und hochauflösenden LC-Displays wie zum Beispiel 4K-LCDs benötigt werden. Die Pixelmatrix in LTPS und Oxid Semiconductor wird bei höheren Prozesstemperaturen gefertigt als das bisher für LCDs übliche amorphe Silizium (a-Si): Statt 300 Grad Celsius wie bei a-Si muss das Substrat hier 350 bis 500 Grad Celsius aushalten können. So liegt der Stresspunkt des Lotus Glas bei 713 Grad Celsius; Cornings Gorilla Glas glüht bei dieser Temperatur bereits.
Außerdem müssen die Gläser, in denen organische Displays eingebettet werden, besonders dicht sein, denn OLEDs dürfen nicht mit Wasser und Sauerstoff in Kontakt kommen. Das Lotus Glas scheint diese Bedingungen zu erfüllen, sogar besser als das bisher von Samsung auch für OLEDs genutzte Gorilla Glas: Die bekannte Corning-Glassorte hat eine Dichte von 2.42 g/cm3, Lotus Glas eine etwas höhere von 2.52 g/cm3.
Das bis zu einer Substratgröße von 2,20 m × 2,50 m und in Dicken von 0,5 bis 0,7 mm erhältliche Lotus Glas kann in Fabriken der Generation 8.5 eingesetzt werden – und damit auch für große Fernsehdisplays genutzt werden. Mit der Sorte AN100 hat Asahi Glass als zweiter großer Glashersteller etwas Ähnliches im Programm.
Für Corning kommt die Beteiligung des finanzstarken koreanischen Unternehmens zur rechten Zeit: Durch den Einbruch des TV-Marktes in Japan musste der weltgrößte Glashersteller in den vergangenen Monaten die Preise senken und zusätzlich seine Produktion zurückgefahren, um angesichts der geringeren Nachfrage keine Überkapazitäten zu produzieren.
Für das gesamte Jahr 2011 erreichte Corning zwar den höchsten jemals erzielten Umsatz von 7,9 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 6,6 Prozent gegenüber 2010. Doch die Nettoeinnahmen sanken zugleich um 21 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar. Schuld daran waren vor allem die geringeren Nettoeinnahmen von 491 Millionen Dollar im vierten Quartal 2011 – ein Minus von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg im letzten Quartal zugleich um 7 Prozent auf 1,89 Milliarden Dollar. (uk)