Blu-ray-Kombi-Brenner für den PC
BenQ entwickelt zusammen mit Philips den ersten PC-Kombi-Brenner für Blu-ray Disc, DVD und CD. Am richtigen Kopierschutz wird derweil noch gefeilt.
BenQ (Halle 21 / B20) zeigt auf seinem Stand den ersten Brenner, mit dem man im PC zweilagige Blu-ray Discs (BD) mit 50 GByte Speicherkapazität, DVDs und CDs abspielen und beschreiben kann. Der so genannte BD Tripple Writer BW1000 ist eine Gemeinschaftsproduktion mit Philips, die für das Laufwerk einen neuen Pickup-Head namens OPU 81 entwickelt haben, der lediglich mit einer Linse sowohl den blauen Laser mit 405 nm Wellenlange für die BD, den roten Laser mit 650 nm Wellenlänge für die DVD und den infraroten Laser mit 780 nm für die CD bündelt. Nach dem bisherigen Entwicklungsstand ist die Hardware bereits fertig gestellt, und das Laufwerk soll noch vor Weihnachten 2005 in den Handel kommen. Der Preis solle in etwa mit dem der ersten DVD-Brenner vergleichbar sein und dürfte damit in einer Größenordnung von rund 500 Euro liegen.
Vor der Einführung des BD-Brenners muss allerdings noch geklärt werden, mit welcher Art von Kopierschutz die HD-Filme auf den BD-ROMs vor unerlaubten Kopien geschützt werden sollen. Laut BenQ favorisiert die Blu-ray Disc Association derzeit das Advanced Access Content System (AACS). Dabei liefert das BD-Laufwerk verschlüsselte AV-Daten an eine Player-Software, die den Datenstrom dekodiert und entschlüsselt und die Videodaten direkt an die Grafikkarte übergibt, von wo aus sie an den Monitor gesendet werden. Der Kopierschutz verhindert direkte Kopien der geschützen Filmdaten. Theoretisch wäre es allerdings möglich, die Daten aus dem Videospeicher der Grafikkarte oder das unverschlüsselte Monitor-Signal abzugreifen.
Bei Abspielgeräten für das Wohnzimmer wurde solchen Versuchen durch die HDMI-Schnittstelle ein Riegel vorgeschoben, bei der die Daten nur in verschlüsselter digitaler Form übertragen werden. Im PC wäre ein solch wasserdichter Kopierschutz nur mit zusätzlicher Hardware in Form von HDMI-konformen Grafikkarten und Monitoren realisierbar. Dies würde die Verbreitung von BD-Laufwerken in der PC-Welt jedoch stark ausbremsen.
Die Entscheidung, ob AACS als Kopierschutz in die BD-Spezifikation aufgenommen wird und zum Abspielen lediglich eine AACS-konforme Player-Software, aber keine zusätzliche Hardware nötig wird, will die Blu-ray Disc Association Ende März fällen.
Auf jeden Fall muss sie dafür sorgen, dass die Filmindustrie den Kopierschutz für unüberwindbar hält. Denn als eine der angepriesenen Zusatzfunktionen sollen später auf der BD-ROM nicht nur einzelne Filme, sondern ganze Serien oder Filmreihen gespeichert werden. Beim Kauf ist zunächst jedoch nur der Hauptfilm frei gegeben. Der Kunde kann dann auf Wunsch per Kreditkarte die weiteren Filme online freischalten lassen, wobei lediglich der dafür nötige Schlüssel übertragen werden muss.
Dadurch soll es auch möglich werden, dass BD-ROM-Filme zunächst in einer günstigeren Standardfassung in den Handel kommen und Extras wie Making-Of-Dokumentationen erst gegen Zahlung einer weiteren Gebühr freigeschaltet werden. Die Filmindustrie bräuchte so nur eine Version der BD-ROM produzieren und könnte auf Sonder- und Sammler-Editionen, wie sie derzeit bei den DVDs üblich sind, verzichten. (hag)