Wettbewerbsbeschwerde gegen BBC wegen Videoformat

Das Open Source Consortium wirft der BBC vor, durch Verwendung des Windows Media Formats fĂĽr den neuen TV-on-Demand-Player iPlayer in den Betriebssystemmarkt einzugreifen.

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Das Open Source Consortium (OSC), ein Interessenverband von Firmen, die im Open-Source-Umfeld arbeiten, hat bei der britischen Wettbewerbsbehörde Ofcom (Office of Fair Trading) eine offizielle Beschwerde über den Fernsehsender BBC eingereicht. Zudem deutete das OSC an, notfalls die europäischen Wettbewerbshüter einzuschalten, falls das Ofcom nichts unternehme.

Auslöser der Beschwerde ist die Entscheidung der BBC, beim geplanten TV-on-Demand-Player iPlayer das Windows Media Format zu verwenden. Damit bewerbe die BBC effektiv das Betriebssystem eines Herstellers auf Kosten der Konkurrenz, sagte OSC-CEO Iain Roberts. Es sei erschreckend, dass die BBC Fernsehgebühren dazu missbrauche, in dieser Weise in den Betriebssystemmarkt einzugreifen. Man stelle sich einmal vor, die BBC würde einen neuen digitalen Fernsehkanal vorstellen, der sich nur mit den Fernsehern eines bestimmten Anbieters empfangen lasse – das gäbe einen Aufschrei.

Die britischen Wettbewerbshüter waren in einer Markteinschätzung zu der Ansicht gekommen, dass die Entscheidung für oder gegen ein Betriebssystem nur sehr geringfügig von dem Video-Format des BBC-Angebots abhänge. Das OFC sieht das anders und fordert Ofcom auf, die Auswirkungen noch einmal zu Untersuchen.

Laut BBC war ein Grund für die Entscheidung für das Windows Media Format, dass die Rechteinhaber verlangten, dass die Filme eine 30-Minuten-Timebomb enthalten, um einen dauerhaften Zugriff auf die Daten zu verhindern. Nur durch Einhaltung dieser Randbedingungen sei das TV-on-Demand-Angebot überhaupt möglich geworden. (mid)