Computer könnten Tote bei Boxkämpfen verhindern
Eine amerikanische Studie zeigt, dass die Zahl der Treffer pro Runde genügend Hinweise liefert, um lebensgefährliche Boxkämpfe rechtzeitig abzubrechen.
Die Zahl der Hiebe pro Runde eines Boxkampfes liefert deutliche Hinweise dafür, ob einer der Kontrahenten das Match möglicherweise nicht überleben wird. Das haben Vincent Miele und Julian Bailes von der West Virginia University School of Medicine herausgefunden. "Dieser Ansatz könnte hinreichende Daten liefern, um Wettkämpfe abzubrechen, die tödlich enden könnten", zitiert der Wissenschafts-Nachrichtenservice physorg.com die beiden Wissenschaftler.
Miele und Bailes führten eine computergestützte Videoanalyse von Profi-Boxkämpfen durch. Dabei verglichen sie zehn tödlich ausgegangene Runden mit ebensovielen harten Kämpfen, die ohne fatale Konsequenzen blieben. Dabei kam ein Computersystem namens Punchstat zum Einsatz, dass die ausgeteilten und platzierten Haken zählt. Die Matches aus beiden Gruppen wurden anschließend mit den vorhandenen Punchstat-Werten von weiteren 4.000 Boxkampfrunden verglichen.
Der Studie zufolge kassiert das Opfer eines tödlich endenden Boxkampfs in seiner letzen Runde im Schnitt 26,6 Fausthiebe und kann bei seinem Gegner noch 22,9 Treffer landen. In einem Durchschnittsmatch kommen die Kämpfer lediglich mit 9,4 Schlägen pro Runde durch. (pek)