Steuer-Update fĂĽr Mac-HaBu [Update]

Ein Update für das Buchhaltungsprogramm behebt einen Fehler in dessen Elster-Schnittstelle; der Fehler kann zu ungültigen Datensätzen, die erst nach der Übermittlung bemerkt werden, und dadurch zum Versäumen von Steuerterminen führen.

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Von
  • Hans-Peter SchĂĽler

Benutzer des Buchhaltungsprogramms Mac-HaBu, auch Bestandteil der Softwarekollektion in c't-Ausgabe 4/05, sollten wegen eines Fehlers in dessen Elster-Schnittstelle ein kostenlos verfügbares Update aufspielen. Auch sollte Anwender des Programms ihre Umsatzsteuervoranmeldungen zu den Abgabeterminen Februar und März noch einmal übertragen.

Wie der Entwickler Manfred Richter herausfand, verschickt das Programm in einigen Fällen subtil fehlerhafte Datensätze, welche der zuständige Elster-Server klaglos als korrekt bestätigt. Erst nach der vermeintlich erfolgreichen Datenübermittlung scheint eine Clearingstelle im Netzwerk der Finanzbehörden die fraglichen Daten als fehlerhaft zu markieren und diese kommentarlos zu verwerfen.

Aus Sichtweise der Oberfinanzdirektion München, deren IT-Bereich bundesweit maßgeblich für die Umsetzung des Elster-Konzepts ist, sind die von Mac-HaBu übergebenen Daten völlig korrekt, aber als bedeutungslose Testdatensätze ausgewiesen. Fürs Debugging sieht nämlich die Elster-Schnittstelle COALA einen eigenen Testmerker vor, um genau das beobachtete Verhalten auszulösen, und diesen Marker übergibt das Apple-Programm offenbar zusammen mit den Steueranmeldungen. Demnach darf man den Elster-Servern keine unberechtigte Entgegennahme falscher Daten vorwerfen; allenfalls könnte man über ein Problem in der vielleicht nicht ganz narrensicheren Dokumentation für Anwendungsentwickler spekulieren.

In der Folge glaubt der Steuerzahler an die ordnungsgemäße Abgabe seiner Daten, der Sachbearbeiter beim Finanzamt aber an einen säumigen Steuerbürger. Windows-Benutzer können zum Schutz vor solch unliebsamen Diskrepanzen jederzeit auf das Programm Elsterformular.exe zurückgreifen und sich bei etwaigen Unstimmigkeiten auf dessen staatliche, durch Steuermittel finanzierte Herkunft berufen. Die Mac-Gemeinde bleibt indes auf Gedeih und Verderb von der professionellen Produktpflege ihrer Software-Anbieter abhängig. (hps)