Deutsche Telekom macht weniger Gewinn
Im abgelaufenen Geschäftsjahr gingen Umsatz und Gewinn des Bonner Telekommunikationsunternehmens zurück. Im vierten Quartal machte die Deutsche Telekom sogar Verluste.
Anhaltende Probleme im Europageschäft und die schwächelnde US-Tochter T-Mobile setzen dem Branchenriesen Telekom zu. Im Geschäftsjahr 2011 schrumpfte der Nettogewinn auf 557 Millionen Euro. Der Umsatz sank um 2,5 Prozent auf 58,7 Milliarden Euro, wie der Konzern am heutigen Donnerstag mitteilte. Das Unternehmen habe überall starken Gegenwind verspürt, sagte der Vorstandsvorsitzende René Obermann.
Im vierten Quartal verzeichneten die Bonner einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro. Als Grund hierfür wurden unter anderem die Wertminderung auf Aktivitäten in den USA und vor allem in Griechenland genannt. An die Aktionäre sollen entsprechend der abgegebenen Dividendengarantie unverändert 0,70 Euro je Aktie ausgeschüttet werden.
[Update: Im US-Geschäft steht die Telekom seit dem Scheitern des Verkaufs der US-Tochter vor einer ungewissen Zukunft. Im vierten Quartal waren die Bonner dort mit Kundenverlusten von über 800.000 förmlich unter die Räder gekommen. Dabei hat vor allem das neue iPhone 4S, das die Telekom nicht im Programm hat, die Geschäfte verhagelt.
"Mit der negativen Kundenentwicklung und mit dem in der Folge ebenfalls sinkenden Umsatz können wir nicht zufrieden sein", betonte Obermann. Er kündigte gleichzeitig an, in den USA die neue Mobilfunktechnik LTE mit einem Investitionsvolumen in Milliardenhöhe in den kommenden Jahren auszurollen. Auf diesem Weg soll das T-Mobile-Netz leistungsfähiger und wieder attraktiver werden.
FĂĽr das laufende Jahr hat der Vorstand um Obermann die Ziele heruntergeschraubt. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) peilt der Konzern jetzt rund 18 Milliarden Euro an, gut eine Milliarde weniger als fĂĽr 2011. Es ginge jetzt darum, Marktpositionen zu verteidigen.]
(mho)