Cebit

Tausende Studierende arbeiten auf der CeBIT

Sie erklären die neueste Computertechnik, servieren Kaffee, kontrollieren Eintrittskarten, bewachen Stände oder leiten Automassen in die richtige Richtung.

vorlesen Druckansicht 407 Kommentare lesen
Lesezeit: 4 Min.
Von
  • dpa

Sie erklären die neueste Computertechnik, servieren Kaffee, kontrollieren Eintrittskarten, bewachen Stände oder leiten Automassen in die richtige Richtung. Mehrere tausend Studierende aus ganz Deutschland arbeiten in diesen Tagen auf der CeBIT in Hannover -- und ohne sie ginge dort fast nichts. Neben privaten Agenturen vergeben vor allem die Deutsche Messe AG, die Wach- und Schließgesellschaft und das Messearbeitsamt Jobs an Studenten. Die Nachfrage nach den Messejobs ist riesig, weil sie meist lukrativ sind und sich zeitlich gut mit dem Studium vereinbaren lassen.

Den Klassiker unter den Messejobs haben Christoph Keusch und Adriana Opitz. Die beiden Studenten stehen als Host und Hostess in Anzug und Kostüm auf dem Messeparkett und erklären im Auftrag einer koreanischen Firma Netzwerksysteme. Zwei Tage lang wurden sie für diese Aufgabe geschult. Nun geben sie kompetent und in fließendem Englisch Auskunft. Die Hildesheimerin Opitz arbeitet zum zweiten Mal auf der CeBIT. Die 26-Jährige studiert Internationales Informationsmanagement und ist froh, dass sie auf der Messe Geld verdienen kann, weil sie dann im Semester keine Zeit für einen Nebenjob verliert.

Kollege Keusch ist Student der Wirtschaftspsychologie aus Wernigerode und zum ersten Mal auf einer Messe. "Bei uns in Wernigerode gibt es kaum Jobs", erzählt der 25-Jährige. Deshalb arbeitet er auf der CeBIT und nimmt sogar die Übernachtung auf einer Luftmatratze im Gästezimmer von Bekannten in Kauf. Positiv finden die beiden Studenten, dass sie hier nebenbei auch noch etwas lernen. "Ich weiß jetzt eine Menge über Networks", sagt Keusch. "Es ist auch noch ein netter Nebeneffekt, dass wir hier direkten Kontakt zu den Firmen haben", findet Opitz. Das könne beruflich manchmal hilfreich sein.

Diesen Vorteil hat Mathematikstudent Jan Heidrich wahrscheinlich nicht. Der 21-Jährige bewacht wie rund 700 andere Studenten als Nachtwächter im Auftrag der Wach- und Schließgesellschaft einen Messestand. Ein Freund hatte dem Hannoveraner den Tipp gegeben. Trotz 14-stündiger Nachtschichten gefällt ihm die Arbeit ganz gut, "weil sie so schön mit dem Studium vereinbar ist". Außerdem hat er sich mit dem Kollegen vom Stand gegenüber angefreundet und die beiden vertreiben sich die Zeit mit Witzen. "Hier kommt man sich schnell näher", erzählt Heidrich.

Andere Standwächter sind während der ruhigen Nachtstunden fleißig: Wirtschaftsstudentin Agata Rudnicka hat sich ein Buch mitgenommen und versucht, etwas für eine Hausarbeit zu tun. Die Göttingerin bewacht in diesem Jahr schon zum zweiten Mal einen Stand auf der CeBIT. "Es ist schon sehr anstrengend, weil man nicht viel Schlaf kriegt, aber man kann nachts etwas für die Uni tun", sagt sie.

Während die Hostessen und Nachtwächter in den warmen Hallen stehen, hat Jessica Schwarz einen eher frostigen Messejob. Die 21-jährige Lehramtsstudentin steht dick eingemummelt an der Einfahrt eines Parkplatzes und winkt Taxifahrer in die richtige Spur. Wie 190 andere Studenten ist sie für die Gesellschaft für Verkehrsförderung auf der Messe tätig und sorgt für reibungslosen Ablauf auf den riesigen Parkplätzen. "Es ist zwar ein bisschen kalt, aber mir ist das hier viel lieber, als in einer Halle zu stehen und den ganzen Tag zu lächeln", sagt Schwarz. Für das nächste Jahr hat sie sich schon wieder als Parkwächterin angemeldet.

Wer einen Messejob abgekriegt hat, kann von Glück sagen. Die Nachfrage war in diesem Jahr viel größer als das Angebot. "Auf die 1300 Stellen, die wir vermittelt haben, haben sich rund 6000 Studenten beworben", berichtet Werner Klören, Leiter der Dienststelle Messe der Agentur für Arbeit in Hannover. Aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland kämen die Bewerber. "Seit es die lukrativen Studentenjobs bei VW oder Conti nicht mehr gibt, wollen alle einen Messejob", berichtet Klören. (dpa) / (tol)