Marc Fleury verlässt Red Hat
Die Gerüchteküche brodelte schon länger, jetzt ist es offiziell: Zehn Monate nach der Übernahme durch Red Hat verlässt JBoss-Gründer Marc Fleury den Open-Source-Anbieter.
Marc Fleury, Gründer des Open-Source-Middleware-Herstellers JBoss, zieht sich ins Privatleben zurück – zehn Monate, nachdem JBoss von Red Hat übernommen worden war. Waren anfangs beide Unternehmen euphorisch über die neuen Möglichkeiten, die die Zusammenarbeit unter einem Dach bringen sollte, gab es doch auch bald Missstimmungen. So erklärte Fleury im November im Interview mit heise open, er "würde gerne mehr Investionen in den neuen Geschäftsbereich" JBoss sehen und zeigte sich enttäuscht, dass JBoss bislang nicht mehr Entwickler hinzubekommen habe. Kritik an Red Hats CFO Charlie Peters deutete schon da auf Spannungen mit dem Red-Hat-Management hin. Kurz darauf meldete sich Fleury bis Mitte März in den Vaterschaftsurlaub ab, aus dem er vor einigen Wochen eine Mail an JBoss-Mitarbeiter schickte, die bereits sehr nach Abschied klang.
Fleury möchte sich jetzt anderen Zielen wie der Lehrtätigkeit, biologischer Forschung, Musik und seiner Familie widmen. Zu seinem Abschied sagte er: "Ich habe getan was ich konnte, um meinen Beitrag zu Red Hats Erfolg zu leisten." Red-Hat-Chef Matthew Szulik erklärte: "Marc hat einen positiven Beitrag zu Open Source geleistet. Wir sind dankbar, von diesen Beiträgen profitieren zu können, denen der JBoss-Community und denen der Mitarbeiter, die mit JBoss zu Red Hat gekommen sind."
Zu JBoss siehe auch:
- Interview mit JBoss-Chef Marc Fleury anlässlich der JBoss World in Berlin im November 2006 auf heise open
- Hintergrundbericht JBoss: Der Spezialist fĂĽr Open-Source-Middleware auf heise open
(odi)