CentOS, RHEL und Scientific Linux 4 haben Lebensende erreicht

Da Red Hat Enterprise Linux 4 sein reguläres Lebensende (EOL) erreicht hat, stellen auch CentOS und Scientific Linux die Pflege der 4er-Versionsreihen ein; Oracle unterstützt sein Oracle Linux 4 noch ein Jahr.

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Von
  • Thorsten Leemhuis

Die Projekte CentOS und Scientific Linux haben die Pflege für die 4er-Versionsreihen ihrer Linux-Distributionen eingestellt. Es gibt daher von nun an keinerlei Sicherheitskorrekturen mehr für die auf Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 4 basierenden Distributionen, wie CentOS und Scientific Linux in den Mitteilungen zum "End of Life" (EOL) der Distributionen erklären. Anwender müssen daher auf andere Angebote ausweichen.

Der Grund für die Einstellung: Auch RHEL 4 hat nach sieben Jahren jetzt sein reguläres Lebensende erreicht. Im Rahmen des optionalen und mit Zusatzkosten verbundenen Extended Life Cycle Support (ELS) bietet Red Hat seinen Kunden noch drei weitere Jahre Support – allerdings nur für einen Teil der in RHEL 4 enthaltenen Software. Anders als in den ersten sieben Lebensjahren stellt Red Hat die Quellpakete (SRPMs) dieser Updates nicht auf öffentliche Server bereit, wo sie die Entwickler von CentOS und Scientific Linux normalerweise beziehen.

Auch das im Fedora-Projekt angesiedelte Paketdepot EPEL (Extra Packages for Enterprise Linux ) hat angekündigt, die Arbeit an den Repositories für RHEL 4 und kompatible Distributionen einzustellen. CentOS, EPEL, Red Hat und Scientific Linux hatten bereits in den vergangenen Monaten auf das Näherrücken des Lebensendes hingewiesen.

Das zirka zwei Jahre nach RHEL 4 vorgestellte RHEL 5 wird sein reguläres Lebensende erst in fünf Jahren erreichen, da Red Hat die Versionen 5 und 6 der Linux-Distribution nicht sieben, sondern zehn Jahre pflegen will. Auch Oracle Linux und vermutlich auch CentOS sowie Scientifc Linux wollen diesem Beispiel bei den Versionen 5 und 6 folgen. Oracle wird die 4er-Version seines RHEL-Clones allerdings noch bis zum Februar 2013 pflegen.

[Update 20120302-1100] Kurz nach Veröffentlichung dieser Meldung hat auch Red Hat seine Kunden auf das Ende der regulären Support-Zeitraums für RHEL 4 hingewiesen. [/Update] (thl)