Studie: Mobiltelefonie revolutioniert das Liebesleben junger Menschen

Forscher haben die Nutzungsgewohnheiten britischer Handy-Nutzer studiert und herausgefunden, dass durchschnittlich täglich mehr Textbotschaften verschickt als Telefonate geführt werden.

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Vor allem Jugendliche scheuen sich nicht, via SMS zu flirten oder sich zu verabreden. Laut der heute vom Gerätehändler The Carphone Warehouse und der London School of Economics vorgestellten Studie (PDF-Datei) The Mobile Life Report 2006 haben mehr als die Hälfte der 18- bis 24-Jährigen angegeben, bereits einmal eine Einladung zu einem Rendezvous per SMS erhalten oder verschickt zu haben. Die Forscher schließen daraus, dass durch Mobiltelefonie das Liebesleben der jungen Menschen revolutioniert werde.

Kate Fox, Direktorin des ebenfalls an der Studie beteiligten Social Issues Research Centre, meint, die Mobiltelefonie habe sich zu einem Raum abseits normaler sozialer Regeln entwickelt, in dem sich Menschen oft so verhalten, wie sie es im richtigen Leben nicht tun würden. Mehr als die Hälfte aller Befragten haben angegeben, mit jemandem anderem als dem eigenen Partner per Textbotschaft zu flirten sei Betrug. Die Mehrheit der jungen Frauen würden ihr Mobiltelefon nutzen, um ungewollte Avancen junger Männer abzuwehren.

Für die Studie haben die Meinungsforscher von YouGov 16.500 erwachsene Handynutzer befragt. Von diesen besitzen 14 Prozent zwei oder mehr Handys, die sie auch regelmäßig nutzen. Beim Kauf eines Mobiltelefons stehen für 31 Prozent die Funktionen im Vordergrund, für 29 Prozent der Preis des Geräts und für 16 Prozent das Aussehen.

92 Prozent der Befragten haben demnach gesagt, sie könnten sich einen normalen Tag ohne Handy nicht vorstellen. 9 Prozent der 18-24-Jährigen – das wären hochgerechnet 400.000 Menschen in Großbritannien – hätten sogar angegeben, von ihrem Gerät abhängig zu sein. Sie hätten den Überblick verloren, wie oft sie ihr Mobiltelefon nutzen.

Mittlerweile würden in Großbritannien täglich mehr Textbotschaften versendet als mobile Telefonate geführt, geht weiter aus der Studie hervor. Das Verhältnis beträgt durchschnittlich 2,8 Anrufe zu 3,6 Kurznachrichten täglich. Lediglich in den Altersgruppen ab 50 Jahren aufwärts spiele das Sprechen mit dem Telefon noch eine größere Rolle als die Nutzung des SMS.

Siehe dazu auf Telepolis: (anw)