NEC und Matsushita entwickeln gemeinsam Handysoftware
Zwei japanische Elektronikgiganten suchen das Heil ihrer angeschlagenen Handysparten im Ausbau der Zusammenarbeit, schließen eine Fusion allerdings noch aus.
Die japanischen Elektronikriesen, Matsushita (Panasonic) und NEC, stehen offenbar kurz davor, ihre bestehende Kooperation um die Entwicklung von Handysoftware zu erweitern. Wie die Financial Times (FT) und japanische Wirtschaftsblätter übereinstimmend berichten, sollen die Entwicklungseinheiten der beiden größten Handyhersteller des Landes unter einem Dach zusammengefasst werden. Die Unternehmen erhoffen sich davon Einsparungen bei explodierenden Entwicklungskosten für 3G-Handys und eine Entlastung ihrer defizitären Handysparten.
Die neue Einheit soll auf Linux aufbauende Betriebssysteme und Anwendungen für die Handys der nächsten Generation entwickeln. Beide Unternehmen sollen aber weiter auf individuelle Marken aus eigener Herstellung setzen. Einem anderen Bericht zufolge sollen die Unternehmen allerdings bereits beschlossen haben, den gemeinsamen Weg auch bei der Fertigung zu gehen. Die FT meldet dagegen, eine weiterreichende Kooperation werde zwar diskutiert, Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen.
Matsushita und NEC leiden unter dem heftigen Wettbewerb auf einem gesättigten Markt. Ende März 2006 schloss Matsushitas Handysparte das Geschäftsjahr mit einem Verlust von 8,4 Milliarden Yen (56 Millionen Euro). Für NEC endete das Handygeschäft in einem Verlust von 25 Milliarden Yen (169 Millionen Euro). Beide Unternehmen hatten daraufhin beschlossen, ihre Kooperation auszuweiten, eine Fusion aber ausgeschlossen. (vbr)