Ubisoft geht unter die Filmproduzenten

Der Computerspielhersteller will bis 2013 in Quebec 1000 neue Mitarbeiter einstellen – die Hälfte von ihnen soll aber keine Spiele, sondern Filme produzieren.

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Der französische Computerspielhersteller Ubisoft plant, bis 2013 sein Personal in der kanadischen Provinz Quebec von rund 1.600 Mitarbeitern auf 3.000 zu steigern – das wären 1.000 neue Jobs mehr als die bisherigen Wachstumspläne vorsehen. 500 dieser neuen Kollegen sollen an Computerspielen arbeiten, für die andere Hälfte will der Spielhersteller hingegen ein ganz neues Produktionszentrum für computergenerierte Filme hochziehen.

Dieses Studio soll zunächst Kurzfilme herstellen – inspiriert durch Motive aus Ubisoft-Spielen wie Assassins Creed. Langfristiges Ziel sei aber die Produktion abendfüllender Streifen, zitiert das Wall Street Journal Yves Guillemot, Geschäftsführer und Mitbegründer von Ubisoft. Der Spielhersteller steige ins Filmgeschäft ein, da sich Computerspiele durch die immer leistungsfähigere Hardware visuell zunehmend an Kinofilme annäherten – und sich an ihnen messen müssten. Für die computergenerierten Bilder bei Spielen wie bei Filmen möchte Ubisoft die gleiche Technik verwenden. Möglicherweise wird das die Grenze zwischen beiden Genres weiter verwischen Es sei durchaus denkbar, deutet Guillemot an, dass Zuschauer eines Tages die Gesichtszüge der Filmfiguren manipulieren könnten, wie das heute bereits bei einigen Spielen möglich sei.

Von einer einheitlichen Technik hinter Filmen und Spielen verspricht sich Ubisoft nicht nur gegenseitige Inspiration, sondern auch langfristige Kostenersparnis. Mit umgerechnet knapp 300 Millionen Euro veranschlagt die Firma die Kosten für das neue Filmstudio und die zusätzlichen Stellen. Diese Investition muss Ubisoft allerdings nicht alleine stemmen: Die Provinzregierung von Quebec wie auch der kanadische Staat werden den Ausbau des Unternehmens finanziell unterstützen. (pek)