Motorola bandelt in Asien an
Zwei neue Joint Ventures sollen Motorolas globale Aktivitäten stützen. Mit Huawei entwickeln die Amerikaner in Zukunft UMTS-Technologien in China, für Netzwerk-Management sind dagegen die Inder zuständig.
Gleich zweifach ist Motorola auf der Suche nach starken Partnern in Asien fĂĽndig geworden. Zusammen mit dem indischen IT-Dienstleister Wipro geht das Unternehmen ein Joint Venture fĂĽr Netzwerk-Services ein, und in Shanghai will Motorola mit dem chinesischen Netzwerkspezialisten Huawei neue Technologien fĂĽr UMTS-Netze entwickeln und unterstĂĽtzen.
Die Allianz mit Huawei gibt beiden Unternehmen die nötige Schlagkraft im Wettbewerb mit größeren Rivalen, berichtet die US-Wirtschaftszeitung Wall Street Journal (WSJ). Mit der Zusammenlegung der Entwicklungsteams wolle Motorola Kosten sparen und Produkte schneller zur Marktreife bringen, sagte ein Manager. Analysten hatten zuletzt Motorolas Übelebenschancen auf dem Markt für Netzwerkausrüstung in Zweifel gezogen. Mit der neuen Partnerschaft habe sich das Unternehmen wieder eine Chance verschafft, so ein Experte gegenüber dem WSJ. Für Huawei könnte sich die Partnerschaft als weitere Tür auf dem nordamerikanischen Markt erweisen. Bisher hat es Huawei in den USA wegen der Übermacht Ciscos und fehlender Support-Infrastruktur schwer gehabt. Die Zurückhaltung der US-Netzbetreiber könne sich aber jetzt ändern, wenn Motorola den Service der Produkte übernehme, so das WSJ. In den USA liefert Huawei bereits durch ein Joint Venture mit 3Com Hardware für Telefonnetze aus, eine weitere Partnerschaft mit Nortel ist dagegen geplatzt.
Die von Motorola und der indischen Wipro Limited gegründete WMNetServ will sich auf dem Markt für Outsourcing von IT-Lösungen positionieren. Der Dienstleister übernimmt Planung und Aufbau von IT-Infrastrukturen und sorgt für Betrieb, Sicherheit und Support. Das Joint Venture möchte Telcos sowie Kunden aus anderen Branchen und öffentliche Auftraggeber für seine Dienste gewinnen. Das neue Netzwerk-Center in Delhi wird an die Motorola-Zentren in USA und Europa angeschlossen. Wipro wird die Mehrheit an dem neuen Unternehmen halten, unbestätigten Medienberichten zufolge sollen es über 80 Prozent der Anteile sein. Das indische Unternehmen erhofft sich von der Allianz vor allem neuen Kunden aus der Telekommunikationsbranche. Motorola möchte von dem Know-how der Inder und natürlich den geringen Kosten auf dem Subkontinent profitieren. (vbr)