Gratis nachschlagen bei der Europäischen Union

Die Europäische Union stellt ihre umfangreiche, bisher nur intern nutzbare Datenbank mit Fachbegriffen in 23 Sprachen im Internet zur Verfügung.

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Von
  • Dorothee Wiegand

Seit gestern ist die 8,7 Millionen Einträge umfassende Terminologiedatenbank der EU im Internet frei zugänglich. Die Datenbank mit dem Namen "InterActive Terminology for Europe" (IATE) enthält Begriffe aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in sämtlichen EU-Amtssprachen. Intern wird sie bereits seit 2005 genutzt und umfasst die Terminologiebestände mehrerer einzelner EU-Organe.

Jeder EU-Mitgliedstaat gibt bei seinem Beitritt an, welche Sprache oder Sprachen er zu Amtssprachen der EU erklärt haben möchte. Im Laufe der Jahre ist die Zahl der offiziellen Sprachen daher ständig angewachsen; bei derzeit 27 Mitgliedssprachen liegt sie jetzt bei 23 Sprachen. Für die schriftliche Kommunikation zwischen den EU-Organen und -Einrichtungen bedeutet das einen enormen Übersetzungsaufwand. Zur Vereinfachung der Arbeit und zur Qualtitätssicherung der Übersetzungen pflegte die EU von Anfang an Datenbanken für Fachbegriffe und häufig wiederkehrende Formulierungen. Im Unterschied zu ihren Vorgängern kann IATE von den Mitarbeitern der EU-Institutionen nicht nur abgefragt, sondern auch ergänzt werden. Zudem ist es die erste Datenbank, die von allen Institutionen wie dem Gerichts- oder Rechnungshof oder der Europäischen Zentralbank gemeinsam genutzt wird.

Die mehrsprachige Terminologiedatenbank nimmt Suchbegriffe in jeder der 23 Sprachen entgegen und nennt Übersetzungen in einer oder mehreren vom Benutzer zuvor ausgewählten Zielsprachen. Möglich ist die Suche in allen Einträgen oder die Beschränkung auf ein Fachgebiet wie "Statistik", "internationaler Handel" oder "Kulturpolitik". Neben 8,7 Millionen Begriffen kennt die Datenbank auch 500.000 Abkürzungen sowie 100.000 Satzteile. Der Inhalt ist je nach Sprache unterschiedlich umfangreich. Langfristig sollen alle Amtssprachen in gleichem Umfang vertreten sein. Die Kosten für die Entwicklung der Datenbank betrugen laut EU im Zeitraum von 1999 bis 2003 insgesamt 1,41 Millionen Euro. Allein in diesem Jahr entstehen für den Betrieb von IATE Kosten in Höhe von 627.000 Euro. (dwi)