3GSM: T-Mobile freut sich über Datenboom

Web 2.0, web'n'walk 3.0 und Windows Mobile 6.0 sollen für hohen Umsatz sorgen.

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Was auch immer eine "click boom user experience" sein mag – bei T-Mobile International sorgt sie für freundliche Nasenlöcher. Sie soll für die Vervielfachung des mobilen Datenverkehrs in der Gruppe verantwortlich sein. Wie Hamid Akhavan, Vorstandsvorsitzender von T-Mobile International, am Dienstag auf der 3GSM in Barcelona mitteilte, hat sich der Datenverkehr im vergangenen Jahr verachtfacht. Jedes Quartal bringe eine Verdoppelung der übertragenen Datenmenge.

Der Umsatz mit Datendiensten ohne SMS ist 2006 auf über eine Milliarde gestiegen. Über 100 Millionen davon erwirtschafteten die WLAN-Hotspots – allerdings zu vier Fünfteln in den USA. Es gäbe keine Pläne zur signifikanten Vergrößerung der Zahl der Hotspots. Trotzdem glaubt Akhavan an Wachstum der Hotspot-Nutzung in Europa. "So wie die Verbreitung von WLAN-Geräten steigt, wird auch die Nutzung zunehmen." Keine Bedrohung sei die Errichtung von größeren WLANs durch US-Städte. "Wenn die Gemeinden sehen, wie schwierig es ist, ein hochqualitatives Netz zu betreiben und zu erhalten, werden sie es wieder aufgeben." Nachdem die US-Tochter vergangenes Jahr zahlreiche Frequenznutzungsrechte ersteigert hat, möchte sie in diesem Jahr UMTS auf den Markt bringen.

Weitere Nutzungserhöhungen sollen neue Dienste wie Instant Messaging und neue Tarifmodelle für "social networking" bringen. Derzeit wird mit nicht genannten Online-Communities über Kooperationen verhandelt. Blackberry-Dienste sollen verstärkt Konsumenten schmackhaft gemacht werden. So hat etwa T-Mobile Austria heute eine unlimitierte Blackberry-E-Mail-Option für fünf Euro monatlich vorgestellt. In Deutschland gibt es das Blackberry Webmail Service seit August für 4,95 Euro. Auch neue Endgeräte von Blackberry, Danger (Sidekick) und HTC, darunter der Ameo, sollen ihren Teil zum Datenwachstum beitragen. Im dritten Quartal dürfte T-Mobile Deutschland die ersten Handys mit Windows Mobile 6 anbieten.

Investiert wird schließlich auch in zusätzliche Shops in Europa, die selbst oder von Franchise-Partnern betrieben werden, sowie in den Netzausbau. Dabei werden sowohl 3G-Netze mit HSPA oder Flash-OFDM als auch 2G-Netze mit EDGE ausgebaut. Vom "Save for Growth"-Programm wird über eine Übererfüllung des Plansolls berichtet. Damit wurden 2005 und 2006 1,6 Milliarden Euro eingespart, geplant war 1 Milliarde. Statt der daraus ursprünglich vorgesehenen Re-Investition einer halben Milliarde wurde eine ganze Milliarde wieder ausgegeben. Gerüchte um eine beabsichtigte Übernahme der niederländischen Orange, die deren derzeitige Konzernmutter France Telecom angeblich verkaufen will, kommentierte Akhavan nicht. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)