RegTP prüft Forderung der Telekom nach höherer Leitungsmiete

Chef-Regulierer Matthias Kurth äußert sich zur anstehenden Neufestsetzung des Mietpreises für die Teilnehmeranschlussleitung.

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In einem Gespräch mit der deutschen Presse-Agentur nahm Matthias Kurth, Präsident der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP), zur anstehenden Neufestsetzung des Mietpreises für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) Stellung. Derzeit zahlen Mitbewerber, die Kunden über Leitungen der Deutschen Telekom versorgen, dafür 11,80 Euro Monatsmiete an den rosa Riesen. Der fordert nun eine Erhöhung auf 17,40 Euro, während die Mitbewerber eine Absenkung der Miete unter 10 Euro für angemessen halten.

Kurth zeigte sich über das Vorgehen der Telekom wenig überrascht. "Wir werden sach- und kostenorientiert entscheiden", sagte der Präsident der Behörde. Maßgeblich für die Anschlussmiete seien die vorgelegten Unterlagen. Dabei müssten die Kostenpositionen plausibel begründet sein. Eine Entscheidung soll Ende April fallen.

In der Telekommunikation gebe es wie in vielen anderen Bereichen Effizienzfortschritte, sagte Kurth weiter: "Es ist zu prüfen, ob die beantragten und festgelegten Entgelte noch den Kosten einer effizienten Leistungsbereitstellung entsprechen." Man könne von einem regulierten Unternehmen erwarten, dass es bestimmte Elemente im Laufe der Jahre kostengünstiger erbringe.

Zugleich betonte Kurth, dass die Regulierungsbehörde keine politischen Preise festlege, um bestimmte Wirkungen im Markt zu erzielen. Allerdings werde mit der TAL ein Vorprodukt zur Verfügung gestellt, das dem Breitbandmarkt (DSL) entscheidend zum Durchbruch verholfen habe. Kurth sagte: "Wir erleben nicht nur eine Fortsetzung, sondern eine noch stärkere Belebung im DSL-Geschäft." So erwartet der Regulierungschef 2005 eine Zunahme der TAL-Vermietungen um mehr als eine Million auf rund drei Millionen Anschlüsse.

Zuversichtlich äußerte sich Kurth über die künftige Entwicklung von UMTS. Es gebe zwar gegenüber frühen Prognosen eine Verschiebung der Wachstumskurve um zwei bis drei Jahre, aber ähnlich wie bei GSM werde der Knoten irgendwann platzen und UMTS große Zuwachsraten haben. In diesem Jahr soll auch über das weitere Vorgehen im Zusammenhang der zurückgegebenen Lizenzen sowie des UMTS- Erweiterungsbandes entschieden werden. Hierzu gehöre auch die Frage der Verlängerung der GSM-Lizenzen, die zwischen 2008 (D-Netze) und 2016 (E-Netze) auslaufen. (ad)