Mobilkom Austria Group hat zehn Millionen Kunden

A1 over IP, mit dem Kunden am PC nicht nur unter einer SIP-URI, sondern auch unter ihrer Mobilfunkrufnummer erreichbar sind, wird zum Regelprodukt. Ein Anruf unter der Handynummer kann bei dem Dienst entweder am PC oder am Handy angenommen werden.

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Die österreichische Mobilkom Austria Group, eine Tochter der Telekom Austria, hat das selbstgesteckte Ziel von zehn Millionen Kunden erreicht. Ende 2006 wurden in Bulgarien 4,27 Millionen, in Österreich 3,63 Millionen, in Kroatien 1,91 Millionen, in Slowenien 420.900 und schließlich in Liechtenstein 4.800 Kunden gezählt, ingesamt also 10,24 Millionen. Die kleinste Tochter Mobilkom Liechtenstein weist mit etwa 75 Euro den höchsten ARPU (Durchschnittsumsatz pro Kunde und Monat) auf. Genaue Finanzkennzahlen wurden noch nicht veröffentlicht.

Noch kein Netz und somit keine Kunden hat die Filiale in Serbien, wo erst im November die dritte Mobilfunklizenz des Landes ersteigert wurde. Vorige Woche wurde die Ausschreibung der dritten mazedonischen Lizenz gewonnen, während fast gleichzeitig bei einem Vergabeverfahren im Kosovo kein Erfolg zu verbuchen war. Im vergangenen Jahr nicht zum Zug gekommen ist die Mobilkom auch bei Privatisierungen in Serbien, der Republika Srpska in Bosnien-Herzegowina sowie bei einer Ausschreibung in der Slowakei.

In Slowenien versucht die Mobilkom-Tochter si.mobil als einzig verbliebenes Konkurrenznetz zum Ex-Monopolisten Mobitel vor allem junge Menschen sowie kleine und mittlere Unternehmen anszusprechen. 2006 wurden nach zähen Verhandlungen mit den Behörden UMTS-Frequenznutzungsrechte erworben. Diese haben mit 6,5 Millionen Euro nur etwa sieben Prozent dessen gekostet, was die Mobitel 2001 für ihre 3G-Lizenz bezahlt hat.

In Kroatien steht der Ersatz des Festnetzes durch Mobilfunk im Vordergrund der Strategie. Die Breitbandpenetration im Land liegt bei bescheidenen vier Prozent, was viel Raum für HSDPA-Datenwachstum lässt. In Bulgarien wurden am Dienstag zwei neue WiMAX-Tarife mit symmetrischen Bandbreiten (512 bzw. 1024 kBit/s) auf den Markt gebracht. Damit soll die Nutzung des im Herbst als Ergänzung zu GSM und HSDPA gestarteten WiMAX-Netzes angekurbelt werden. Im zweiten Quartal wird zudem ein VoIP-Dienst über das WiMAX-Netz angeboten werden.

VoIP ist für die Mobilkom auch im Heimatland Österreich ein Thema. Der im Oktober mit 2.000 Testkunden gestartete Dienst A1 over IP wird am heutigen Mittwoch zu einem Regelprodukt. A1-Kunden, die einen SIP-Client für Windows XP von der A1-Webseite herunterladen und installieren, sind dann am PC nicht nur unter einer SIP-URI, sondern auch unter ihrer A1-Mobilfunkrufnummer erreichbar. Ein unter der Handynummer eintreffender Anruf kann also entweder am PC oder am Handy angenommen werden ("parallel läuten"). Im Ausland kann das Roaming-Gebühren sparen helfen. Bei ausgehenden Verbindungen scheint beim Angerufenen die A1-Rufnummer des Anrufers auf.

Für A1 over IP fällt hinkünftig eine monatliche Grundgebühr von 3,90 Euro an, die bei Anmeldung bis Ende März im ersten Jahr entfällt. Inlandsgespräche kosten künftig genauso viel, wie vom A1-Handys des jeweiligen Kunden. Reine SIP-to-SIP-Verbindungen sind gratis, wenn sie über Eingabe einer SIP-URI initiiert werden. Gespräche ins Ausland sind mit Miuntentarifen ab 30 Cent günstiger, als direkt vom Mobiltelefon. Wesentlichste Erweiterung gegenüber der Testphase ist die Möglichkeit des SMS-Versands mit dem SIP-Client. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)