Frankreichs Regierung setzt Alcatel-Lucent unter Druck
Der französische Wirtschaftsminister Francois Loos hat den Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent aufgefordert, seine Produktions- und Forschungsstätten in Frankreich zu erhalten. Gegen den geplanten Arbeitsplatz-Abbau kündigten die Gewerkschaften Proteste an.
Die französische Regierung geht davon aus, dass Alcatel-Lucent seine Werke in Frankreich nicht schließen wird und die 1500 Angestellten des Netzwerkausrüsters, die entlassen werden sollen, schnell einen neuen Arbeitsplatz finden werden. "Alcatel-Lucent muss seine Forschungs- und Produktionsstandorte in Frankreich erhalten", sagt der französische Wirtschaftsminister Francois Loos gegenüber Pressevertretern.
Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen hatte Alcatel-Lucent am vergangenen Freitag angekündigt, dass innerhalb der nächsten drei Jahre weltweit 12.500 Arbeitsplätze wegfallen sollen – nach Angaben französischer Gewerkschafter sind davon allein 1500 Arbeitsplätze in Frankreich betroffen. Französische Gewerkschaftsgruppen wollen morgen mit Arbeitsniederlegungen gegen die Stellenstreichungen protestieren.
Bereits während der Verhandlungen über die Fusion der beiden Unternehmen Alcatel SA und Lucent wurde deutlich, dass mindestens jeder zehnte Arbeitsplatz in den nächsten drei Jahren innerhalb des neuen Unternehmens wegfallen soll. Mit den 12.500 wegfallenden Stellen will das Unternehmen laut Firmenchefin Patricia Russo nun 1,7 Milliarden Euro statt der bisher genannten 1,4 Milliarden Euro sparen. Das Unternehmen hat rund 80.000 Mitarbeiter in 130 Staaten und ist der weltgrößte Anbieter von Festnetztechnik sowie zweitgrößte Anbieter von Mobilfunk- und Internettechnik. (rek)