Epcos weiter auf Partnersuche

"Unser internes Wachstum allein wird mittel- und langfristig nicht ausreichen, die Herausforderungen des globalisierten Wettbewerbs erfolgreich zu bestehen", meinte der Chef des Bauelemente-Herstellers. Kostensenkungen sollen zudem forciert werden.

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  • dpa

Der Bauelemente-Spezialist Epcos will sein Geschäft über weitere Partnerschaften stärken und hat dabei vor allem den asiatischen Markt im Blick. Das Thema stehe mit Priorität auf der Tagesordnung, sagte Epcos-Chef Gerhard Pegam vor rund 800 Aktionären auf der Hauptversammlung in München. "Unser internes Wachstum allein wird mittel- und langfristig nicht ausreichen, die Herausforderungen des globalisierten Wettbewerbs erfolgreich zu bestehen." Epcos benötige auch von außen kommendes Wachstum. Aktionärsschützer würdigten zwar die Fortschritte des Unternehmens, forderten aber weitere Anstrengungen zur Verbesserung der Ertragslage.

Seine Kostensenkungen will das Unternehmen forcieren. "Eine Erhöhung der Produktivität nicht nur beim Personal, sondern auch beim Materialeinsatz, beim Vertrieb, in der Verwaltung sowie in der Forschung und Entwicklung ist unbedingt erforderlich", sagte Pegam. Nach dem Boom-Jahr 2000 hatte Epcos unter Überkapazitäten, schwacher Nachfrage und einem scharfen Preisverfall gelitten und zahlreiche Arbeitsplätze in Niedriglohnländer verlagert. Mit den angestrebten Partnerschaften wolle Epcos vor allem seine Position in Asien und in bestimmten Technologiefeldern stärken, erklärte Pegam. "Wir sind diesbezüglich wesentlich weiter als vor einem Jahr, wir sind mit potenten Partnern in sehr konkreten Gesprächen." Angestrebt sei eine starke Kooperation, die möglichst mit einer Kapitalverflechtung unterlegt werden solle. Man hoffe auf den Abschluss noch im laufenden Geschäftsjahr, es könnte aber auch erst 2007/08 zu einer Vereinbarung kommen.

Die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr bekräftigte Pegam. Auch wenn im laufenden Quartal wegen des saisonal schwachen Geschäfts in Mobilfunk und der Unterhaltungsektronik noch nicht mit wesentlichen Umsatzsteigerungen im Vergleich zum Vorquartal zu rechnen sei, sollten die Erlöse von 1,3 Milliarden Euro und das Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 47 Millionen Euro im Vorjahr gesteigert werden. Generell stehe das Unternehmen heute, unter anderem nach dem Verkauf des defizitären Geschäfts mit Tantal-Kondensatoren, wesentlich besser da als vor einem Jahr. Die 2006 erzielten Fortschritte könnten aber nur den Anfang zur nachhaltigen Verbesserung der Ertragslage darstellen, sagte Pegam.

Anlegerschützer sprachen von einer "Rückkehr zur Normalität" bei Epcos, kritisierten aber unter anderem das Fehlen einer genaueren Umsatz- oder Ergebnisprognose. "Sie sollten uns zur Vertrauensbildung ihre Planzahlen vorstellen", forderte beispielsweise Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). (dpa) / (jk)