Datenschützer wendet sich gegen Pläne für Online-Durchsuchungen
Harald Stauch, der vor der Wahl zum thüringischen Datenschutzbeauftragten 16 Jahre CDU-Landtagsabgeordneter war, sprach nach seinem ersten Amtsjahr von einem "anderen Blick" auf den Konflikt zwischen Sicherheit und Freiheitsrechten.
Thüringens Datenschutzbeauftragter Harald Stauch hat seine Kritik an Plänen für Online-Durchsuchungen von Computern erneuert. Es sei "nicht nachvollziehbar", wieso ihre Befürworter mit Bekämpfung von Internet-Kriminalität argumentierten. Da Datenverkehr per Internet mit Telefonüberwachung kontrolliert werden könne, bedeuteten diese Argumente "entweder Nichtwissen oder Vorsatz", meinte Stauch. Das heimliche Ausspähen privater Rechner mit Hilfe eingeschleuster Programme sei ein schwererer Eingriff als eine Telefonüberwachung. Die Rechner ließen sich außerdem bereits jetzt im Rahmen von Hausdurchsuchungen beschlagnahmen.Zahlen vom Kampf gegen den Terror
Online-Durchsuchung: "Tor für Hacker" vs. "unerlässliches Werkzeug"
Bundesjustizministerin lehnt Online-Durchsuchungen ab
Online-Durchsuchung auch in der Schweiz gefordert
Online-Durchsuchungen: Polizei nein, Verfassungsschutz ja Datenschützer warnt vor schrankenloser Ausforschung durch Online-Durchsuchung
Verfassungsbeschwerde gegen Online-Durchsuchungen in NRW eingelegt
Mehrheit der Bundesbürger für Kompromiss bei Online-Durchsuchungen
Schäuble: Trojaner sollen auch private Tagebücher durchsuchen
Zypries warnt vor Schnellschüssen zur Ermöglichung von Online-Durchsuchungen Bayern will Regelung zu Online-Durchsuchungen vorantreiben
BKA-Chef hält Online-Durchsuchungen für dringend erforderlich
SPD-Politiker plädieren für hohe Gesetzeshürden bei Online-Durchsuchungen
Schäuble heizt nach BGH-Urteil Debatte um Online-Durchsuchung an
Heimliche Online-Durchsuchungen sind unzulässig Harsche Kritik an Online-Durchsuchungen
Bundesgerichtshof entscheidet über Online-Durchsuchungen
Schäuble: Biometriepässe stärken den Datenschutz
Zwei Programmierstellen für den "Bundestrojaner"
Verfassungsbeschwerde gegen NRW-Verfassungsschutzgesetz angekündigt NRW-Landtag verabschiedet Verfassungsschutzgesetz
Datenschutzbeauftragter kritisiert Online-Durchsuchungen privater Computer
Fraktionen streiten über Online-Durchsuchung von Privat-Computern
BGH verbietet Online-Durchsuchung von Computersystemen
Schäuble: Internet ist "Fernuniversität und Trainingscamp" für Terroristen Verfassungsschutz, Online-Durchsuchungen und die Verfassung
NRW-Verfassungsschutzgesetz wird Landtag erneut beschäftigen
Online-Durchsuchung von PCs durch Strafverfolger und Verfassungsschutz
Angeblich 200.000 deutschsprachige Bombenbauanleitungen im Netz
Thüringens Innenminister für mehr Internet-Überwachung Bundestag verabschiedet neue Anti-Terrorgesetze
Nur geringfügige Korrekturen am neuen Anti-Terrorpaket
"Wir brauchen überwachungsfreie Räume"
Streit um die Zukunft des Anonymisierungsdienstes AN.ON
Bundesländer wollen Videoüberwachung ausweiten Bundesjustizministerium plant Neuregelungen für verdeckte Ermittlungsmaßnahmen
Nutzerlobby gegen Lizenz zur "Dauerüberwachung" im Internet
Deutschland ist führend bei der inneren Sicherheit
Vorratsdatenspeicherung soll auch für Anonymisierungsdienste gelten
Merkel plädiert für mehr Überwachung trotz hoher Sicherheit Zur Überwachung von Internet-Nutzern und der Datensammelei im Web siehe auch den Schwerpunkt "Deine Spuren im Netz" in der aktuellen Ausgabe von c't:
Generalbundesanwältin fordert stärkere Überwachung des Internet
132 Millionen Euro für schärfere Überwachungsmaßnahmen freigegeben
Scharfe Kritik an Plänen des Justizministeriums zur Vorratsdatenspeicherung
Zypries stellt Entwurf zur Neuregelung der TK-Überwachung vor
Datenschützer sieht Anti-Terror-Datei als Schritt zur Überwachungsgesellschaft Zahlreiche Bedenken gegen neues Anti-Terrorpaket
Bundesrat gegen Befristung der Anti-Terror-Datei
Datenschützer sieht verfassungsrechtliche Mängel im Gesetz zur Anti-Terror-Datei
Datenschützer kritisieren Anti-Terror-Datei und Schülerregister
Kritik am neuen Programm für Innere Sicherheit Bundesregierung will Kundendaten für vorbeugende Straftatenbekämpfung
Programm für innere Sicherheit in der Diskussion
Wirtschaftsinitiative begrüßt verschärfte Internetüberwachung
Datenschützer sehen Anti-Terror-Datei äußerst kritisch
Große Koalition wirbt für verstärkte Terrorbekämpfung Bericht: Deutsche Sicherheitsbehörden greifen auf 197 Dateien zu
Kabinett segnet Anti-Terror-Datei ab
Schäuble: Anti-Terror-Gesetze haben sich bewährt
Kritik, Zustimmung und neue Forderungen zur Anti-Terror-Datei
Datenschützer üben Kritik an Anti-Terror-Datei Gemischte Reaktionen auf geplante Anti-Terror-Datei
Innenminister beschließen zweiteilige Anti-Terror-Datei
Datenschützer warnt vor Aktionismus
Sicherheitstag im Zeichen der Anti-Terror-Debatte
Neue Vorschläge für Daten in der Anti-Terror-Datei Diskussion um geplante Anti-Terror-Datei
Gesetzentwurf zur zentralen Anti-Terror-Datei in Vorbereitung
Die Ausdehnung der Anti-Terrorgesetze und der gläserne Nutzer
Scharfe Kritik an geplanter Ausweitung der Anti-Terrorgesetze
Große Koalition über Verschärfung der Anti-Terrorgesetze einig
Der Bundesgerichtshof hatte Anfang Februar entschieden, dass das heimliche Ausspähen der Festplatten mit der bisher geltenden Rechtslage unvereinbar sei. Innenminister und Kriminalisten wie BKA-Chef Jörg Ziercke hatten sich daraufhin für eine Gesetzesänderung ausgesprochen, um sie doch zu ermöglichen; zuletzt hatten die Vorhaben zur heimlichen Online-Durchsuchung von PCs auf dem 10. europäischen Polizeikongress für heftige Debatten gesorgt.
Stauch, der zuvor 16 Jahre CDU-Landtagsabgeordneter war, sprach nach seinem ersten Amtsjahr von einem "anderen Blick" auf den Konflikt zwischen Sicherheit und Freiheitsrechten. "Als Politiker haben sie mehr die Sicherheit im Blick." Jetzt sehe er einige Dinge durchaus anders als früher, was eine "Einsicht, aber nicht Selbstkritik" sei. Es gebe eine sehr eindeutige Schieflage zu Lasten der Bürger- und Freiheitsrechte, sagte Stauch, der seit Jahresbeginn auch Vorsitzender der Konferenz der Datenschutzbeauftragten von Bund und Ländern ist.
"Aus unserer Sicht gibt es einen ausufernden Datenhunger des Staates." So würden spektakuläre Straftaten wie etwa Morde oder Kinderpornografie genutzt, um ohne öffentlichen Widerstand Grenzen auszuloten. Im Gegensatz zu Forderungen von Innenministern gehe es aber nicht darum, alles "Menschenmögliche" zu tun, sondern alles "Rechtmäßige".
Siehe zu dem Thema auch:
- Online-Durchsuchungen: Von Gelsenkirchen lernen
- Datenschutz und Terrorbekämpfung zwischen SWIFT-Transfers und Hawala
- Verfolgerwahn, Wie Online-Nutzer die Kontrolle über ihre Daten zurückgewinnen können, c't 24/06, S. 202
- Im Visier der Strafverfolger, Staatlicher Zugriff auf Anonymisierungsserver, c't 24/06, S. 208
- Globale Rasterfahndung, Privatfirma sammelt und verkauft Daten, c't 24/06, S. 202
- Big Brother 2.0, Der Bürger im Fadenkreuz der Terrorismusbekämpfung, c't 24/06, S. 202