Parallels: Kein Lizenzverstoß bei Virtualisierungssoftware für Mac OS X

Spezialist für Desktop-Virtualisierung Parallels stellt dem Wine-Projekt modifizierte Quelltexte der 3D-Bibliotheken zur Verfügung.

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Parallels hat den in letzter Zeit laut gewordenen Vorwurf, mit der kommerziellen Virtualisierungssoftware Parallels Desktop 3.0 für Mac OS X gegen die LGPL zu verstoßen, in einer offiziellen Stellungnahme von sich gewiesen. Die Software sei "vollständig in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Lizenz", erklärt Parallels-Chef Nick Dobrovolsky.

Das Produkt enthält Direct3D-Code des freien Wine-Projekts – die LGPL erlaubt die Verwendung der Quellen in proprietärer Software, verlangt jedoch, dass der modifizierte Sourcecode offengelegt wird. Und genau damit ließ sich das Unternehmen, das seit Anfang des Jahres zu SWSoft gehört, recht viel Zeit.

Nun hat Parallels die betreffenden Quelltexte dem Wine-Projekt zur Verfügung gestellt. Sie stehen auf einer temporären Website zum Download bereit. Funktionale Änderungen gebe es, so das Wine-Team, abgesehen von einigen Modifikationen, um wined3d unter Windows kompilieren zu können, kaum. Die Entwickler wollen jedoch noch prüfen, ob es sich bei dem überreichten Code tatsächlich um die Quellen handelt, die die Firma benutzt hat, um die fraglichen Bibliotheken des Parallels Desktop zu erstellen.

Das Wine-Projekt entwickelt eine freie Implementierung des Windows-APIs. Damit lassen sich Windows-Anwendungen wie Microsoft Office unter Linux und Unix betreiben. Durch die DirectX-Unterstützung eignet sich die Software auch für Spiele wie Half Life 2 und Counter Strike. (akl)