IBM und Compuware legen Rechtsstreitigkeiten bei
Der Softwarehersteller Compuware warf IBM vor, Code geklaut und seine Marktdominanz bei Mainframe zur Wettbewerbsbehinderung ausgenutzt zu haben.
IBM zahlt dem Softwarehersteller Compuware 400 Millionen US-Dollar, dafür legen die beiden Firmen ihre Rechtsstreitigkeiten bei. 140 Millionen US-Dollar zahlt IBM, um Compuware-Software zu lizenzieren; für 260 Millionen US-Dollar will IBM zudem Compuware-Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Über diese Vereinbarung hinaus unterschrieben die beiden Streithähne ein Lizenzierungsabkommen für Patente, die ihre jeweiligen Geschäfte betreffen. Außerdem tauschen sie technische Informationen aus, um die Interoperabilität der jeweiligen S/390-Plattformen sicherzustellen.
Compuware, bereits 1973 als Mainframe-Spezialist gegrĂĽndet, hatte IBM vorgeworfen, Code geklaut zu haben -- als Beispiel dafĂĽr wurde der File Manager von IBM angefĂĽhrt: Auf weiten Strecken entspreche es einem Compuware-Produkt und enthalte sogar die gleichen Software-Fehler. AuĂźerdem beschuldigte Compuware den Computer-Konzern, auf dem Mainframe-Markt als Monopolist zu agieren und seine Position auszunutzen, andere Wettbewerber rechtswidrig zu behindern. Gerade im Mainframe-Markt war IBM immer wieder VorwĂĽrfen des Monopolmissbrauchs ausgesetzt und musste sich, um nicht in Einzelteile zerschlagen zu werden, fĂĽr lange Jahren Auflagen der US-WettbewerbshĂĽter unterwerfen.
Im Verlauf des Prozesses hatte Compuware bereits eine Strafe gegen IBM wegen Verschleppung des Verfahrens erwirkt: IBM hatte behauptet, den von Compuware angemahnten Code zur Untersuchung der Vorwürfe nicht liefern zu können, hatte in nach eigenen Angaben später dann aber doch entdeckt. Auf Grund der Verzögerungen war das Verfahren erst im Februar dieses Jahres wieder aufgenommen worden, ist nun aber durch die Einigung der beiden Kontrahenten beendet. (jk)