Systemverbund Nordanex profitiert von der Finanzkrise

Der IT-Fachhandel strebt verstärkt in die Kooperationen. Diese Erfahrung macht zumindest der Systemverbund Nordanex. Sowohl die Partnerzahl wie auch der zentralregulierte Umsatz sind im vergangenen Jahr gestiegen.

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Von
  • Wolfgang KĂĽhn

Ralph Warmbold, Management Consultant, Nordanex

„Die Finanzkrise spielt uns zu“, stellt Ralph Warmbold fest. Der Management Consultant des IT-Systemverbundes Nordanex begründet seine Einschätzung unter anderem damit, dass „wir im vergangenen Jahr deutlich mehr Partner hinzugewonnen haben“. Rund 12 Prozent mehr, und damit insgesamt 158 IT-Fachhändler zählt die Kooperation mit Sitz in Bremerhaven aktuell. Was die Systemhauseigner in die Kooperation treibt, erläutert Warmbold gegenüber heise resale am Rande der CeBIT: „Durch Basel III sind die Auflagen bei Banken und Lieferanten viel strenger geworden. Die Bonität der Händler wird um ein Vielfaches genauer überprüft als dies in der Vergangenheit der Fall war. Knappere Limits und restriktiveres Verhalten bei Projektfinanzierungen belasten die Systemhäuser zusätzlich.“

Zwar dürfe eine Fachhandelskooperation bei Neumitgliedern die Bonitätskriterien nicht außer Acht lassen, doch verfahre ein Verbund deutlich zuvorkommender als Banken oder manche Lieferanten. „Vielleicht liegt das auch daran, dass wir die IT-Systemhäuser und ihre Leistungsfähigkeit realistischer einschätzen können, als dies Finanzinstituten möglich ist“, erläutert Warmbold. Selbst wenn die Kooperation „zum Beispiel wegen der Bonität aussortieren kann, lassen wir niemanden in der Wüste verdursten“. Soll heißen: Die Gruppe hilft den Mitgliedern bei Gesprächen mit deren Hausbank oder bei Lieferanten-Limits, versichert der Nordanex-Manager.

Auf jeden Fall habe das vergangene Jahr nicht nur mehr Systemhauspartner in den Verbund "gespült", sondern damit auch den zentralregulierten Umsatz um mehr als 20 Prozent auf 32 Millionen Euro ansteigen lassen. Bei Nordanex, dessen Zentralregulierung mit Bertelsmann abgewickelt wird, sind laut Warmbold etwa 10 Prozent der Mitglieder nicht zentralreguliert. „Das hat viele Gründe, oftmals hängt dies auch damit zusammen, dass die Mitglieder nur Teile unseres Leistungsportfolios in Anspruch nehmen wollen.“

Zum Dienstleistungsangebot gehört unter anderem auch die neu aufgelegte Schulungsakademie. „Seit März bieten wir über die Akademie Schulungen mit Dienstleistern und Herstellern an. Da werden technische aber auch betriebswirtschaftliche Themen abgedeckt“. Mit dem weiteren Ausbau des Leistungsangebotes und zusätzlichen Lieferanten, hofft Warmbold noch in diesem Jahr die Mitgliederzahl auf 200 erhöhen zu können. Dass dies realisierbar sei, begründet er unter anderem mit den Anfragen von bereits kooperierten Systemhäusern, die ihre alte Gruppe verlassen möchten.

Die Reise zur Messe nach Hannover nahm Warmbold auch zum Anlass, Imke Hieronimus bei den Lieferanten vorzustellen. Hieronimus hatte erst wenige Tage vor der CeBIT bei Nordanex ihren Dienst als zuständige Mitarbeiterin für Marketing und Vertrieb angetreten. (map)