Maestro-Karte wird Online-Zahlungsmittel

Seit dem Donnerstag ist Ă–sterreich das erste Land der Welt, in dem alle Voraussetzungen erfĂĽllt sind, um die Maestro-Karte mittels SecureCode im Internet einzusetzen.

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Die Maestro-Karte soll mittels Maestro SecureCode weltweit zum Online-Zahlungsmittel werden. Seit dem Donnerstag ist Österreich das erste Land der Welt, in dem alle Voraussetzungen erfüllt sind. Die 6,5 Millionen Inhaber des auch als ec- oder ehemals Euroscheck-Karte bekannten Zahlungsmittels können ab sofort ihre Securecodes beantragen. Über die beiden Abwicklungsunternehmen mPAY24 und Qenta sind bereits über 700 Webshops an das System angebunden. Laut Europay Austria haben bis 13 Uhr bereits über 1.000 Karteninhaber einen SecureCode bestellt – obwohl noch gar nicht feststeht, was die Banken dafür verlangen. Die Besteller erhalten bald einen einmal gültigen Registriercode, den sie online gegen ein selbst gewähltes Passwort eintauschen. Dieses Passwort muss beim Online-Einkauf zusammen mit der 16-stelligen Kartennummer angegeben werden.

Europay möchte bis Ende 2006 100.000 Österreicher mit SecureCodes ausstatten. Ein Branchenexperte bezeichnete aber im Gespräch mit heise online dieses Ziel als unrealistisch. Nicht alle Banken würden ihre Maestro-Karten bisher mit der 16-stelligen Nummer versehen. Die Kunden dieser Banken erhielten die Ziffernfolge auf einem Zettel. Außerdem hätten fast alle Online-Shopper bereits eine Kreditkarte oder ein anderes funktionierendes Zahlungsmittel. Und während diese meist ein Zahlungsziel aufwiesen, würde bei Bezahlung mittels Maestro SecureCode sofort vom Konto abgebucht. Aus Händlersicht sei das Disagio mit in der Regel 2,45 Prozent plus 10 Cent pro Transaktion bei Mastercard und Maestro SecureCode gleich hoch. Vergleichsweise günstig sind die Spesen, wenn der Kunde seine Maestro-Karte in einem Geschäft in ein Lesegerät steckt: unter 1 bis maximal 1,5 Prozent.

MPAY24 weist darauf hin, dass das Geld von Maestro-Kunden prompt überwiesen würde, Mastercard hingegen nur alle vier Wochen, Visa alle zwei Wochen bezahle. Damit hätten die Händler einen kleinen Vorteil. Die einmaligen Einrichtungskosten für Mastercard und Maestro von zusammen 600 Euro würden für die ersten 200 neu hinzukommenden Webshops durch Europay mit 200 Euro bezuschusst. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)