Frischer Welt-Wind
Version 1.4 des 3D-Satellitenbild-Atlanten World Wind der NASA bietet plastische Oberflächenreliefs und stimmungsvolle Sonnenuntergänge.
Die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA hat Version 1.4 ihres 3D-Satellitenbild-Atlanten World Wind zum kostenlosen Download freigegeben. Die Software bietet unter anderem die Möglichkeit, zusätzliche Bilder von frei wählbaren Servern auf die Oberfläche des virtuellen Globus zu schichten. Ein Timer sorgt für die Synchronisation des simulierten Sonnenstands mit der Systemzeit des Rechners, erlaubt aber auch, die Zeit zu raffen oder rückwärts laufen zu lassen. Beim Einsatz einer üblichen 3D-Brille mit zwei unterschiedlich gefärbten Gläsern soll World Wind das Oberflächenrelief der Erde plastisch vor dem Betrachter ausbreiten – zumindest, wenn die Grafikkarte den hohen Ansprüchen der dafür notwendigen anaglyphischen Darstellung gewachsen ist.
Vor dem Ressourcenhunger mancher neuen Features wie der realistischen Schattierung des Oberflächenreliefs durch virtuelles Sonnenlicht oder der Lichtstreuung in der simulierten Atmosphäre, die für stimmungsvolle Sonnenauf- und -untergänge sorgen soll, warnen die Entwickler selbst: "Falls Ihr Computer keine der aktuellen 3D-Spiele wie Oblivion oder Half Life 2 zum Laufen bringt, wird er wahrscheinlich mit diesen neuen Möglichkeiten überfordert sein", schreiben sie im Wiki über die neue Version 1.4. Wer trotz älterer Hardware einen Blick auf die neuen Möglichkeiten werfen will, findet auf YouTube einen Trailer zum neuen Release.
Die erste Version von World Wind veröffentlichte die NASA bereits im Herbst 2004, nachdem man jahrelang daran gearbeitet hatte, die vielen gesammelten Satellitenaufnahmen auf einen dreh- und schwenkbaren Globus zu projizieren. Dennoch ist ihr unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlichter 3D-Atlas bei weitem nicht so bekannt wie das Konkurrenzprodukt Google Earth. Für ein NASA-Produkt wenig verwunderlich zeigt World Wind nicht nur den Globus des blauen Planeten, sondern hat auch plastische Modelle des Mondes und vom Mars parat. Damit können andere Satelliten- und Luftbildatlanten wie Virtual Earth von Microsoft oder Google Earth noch nicht dienen, wenn auch Google Mond und Mars bereits als nächste Ziele ins Auge gefasst hat – und dafür mit der NASA kooperiert.
World Wind 1.4 steht mit deutscher Programmoberfläche zur Verfügung, läuft auf Windows 2000, XP und mit Abstrichen auch unter Vista. Die Software benötigt das .NET-Framework von Microsoft sowie eine Managed-DirectX-9-Version, die sie sich bei der Installation selbst besorgt. Die Entwickler empfehlen für den Betrieb von World Wind 1.4 eine CPU mit mindestens 1,4 GHz, 256 MByte Arbeitsspeicher und satte drei Gigabyte Festplattenplatz. Außerdem haben sie eine Liste der kompatiblen Grafikkarten veröffentlicht. (pek)