Yahoo droht Kartellverfahren in Taiwan
Nachdem sich vermehrt Nutzer der Auktionsplattform von Yahoo in Taiwan wegen zu hoher Preise beklagten, prüfen die örtlichen Kartellwächter, ob der Konzern seine Vormachtstellung missbraucht.
Das größte Internet-Portal in Taiwan, zu dem auch eine Auktionsplattform gehört, unterhält Yahoo. Jetzt ist der Konzern in die Schusslinie der taiwanischen Wettbewerbshüter geraten. Immer mehr Kunden von Yahoo haben sich bei der Fair Trade Comission (FTC) über die Preispolitik bei Auktionen beschwert.
Yahoo hat angekündigt, ergänzend zu den fixen Kosten für die Auktionsangebote und Zusatzoptionen ab dem 10. August eine 3-prozentige Transaktionsgebühr erheben zu wollen. Die FTC will nun prüfen, ob der Portalbetreiber dabei nicht seine Vormachtstellung missbraucht. Denn der größte Konkurrent eBay hat erst kürzlich das Handtuch geworfen und versucht sein Glück auf dem taiwanischen Markt nun mit einer Kooperation mit PCHome, dem drittgrößten örtlichen Portalbetreiber.
Nach taiwanischen Gesetzen nimmt ein Unternehmen dann eine Monopolstellung ein, wenn es jährlich über 1 Milliarde Taiwanische Dollar (rund 31 Millionen US-Dollar) Umsatz macht und mindestens ein Drittel eines spezifischen Marktsegmentes belegt. Nach eigenen Angaben hat Yahoo im vergangenen Jahr ein Auktionsvolumen von 22,6 Milliarden Taiwanische Dollar (rund 687 Millionen US-Dollar) erzielt.
Yahoo hatte 2004 damit begonnen, feste Gebühren für Auktionen zu erheben. Zu diesem Zeitpunkt verlor das Portal zahlreiche Kunden an den für Verkäufer deutlich billigeren Wettbewerber eBay. Yahoo hat diese Kunden jedoch schnell zurückgewinnen können. (map)