Funkwerk vor "nächstem großen Sprung"

Funkwerk profitiert von der Umstellung europäischer Bahngesellschaften auf digitale Kommunikationstechnik. Beliefert werden Bahngesellschaften unter anderem in Frankreich, der Schweiz, Italien, Österreich und den Niederlanden.

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  • dpa

Der Kommunikationstechnik-Hersteller Funkwerk sieht großes Marktpotenzial für seine Mobilfunktechnik in Autos, Zügen und Unternehmen. Die im TecDAX notierte Funkwerk AG (Kölleda) stehe vor dem "nächsten großen Sprung", sagte Vorstandschef Hans Grundner am Mittwoch bei der Vorlage der Bilanz in Frankfurt. Das Unternehmen mit mehr als 1200 Beschäftigten rechne in etwa drei Jahren mit einem Umsatzvolumen von rund 400 Millionen Euro. Die Märkte, in denen die Gruppe agiere, würden jährlich 15 bis 20 Prozent wachsen.

Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Grundner trotz "des schwierigen Investitionsumfelds" Erlöse von etwa 270 Millionen Euro bei einer Ergebnismarge von neun bis zehn Prozent. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll von knapp 23 Millionen auf 25 bis 27 Millionen Euro steigen. An der Börse setzte sich die Aktie zeitweise an die Spitze im TecDAX. Am Nachmittag notierte sie mit 35,30 Euro 2,6 Prozent im Plus.

Funkwerk profitiert von der Umstellung europäischer Bahngesellschaften auf digitale Kommunikationstechnik. Beliefert werden Bahngesellschaften unter anderem in Frankreich, der Schweiz, Italien, Österreich und den Niederlanden. Zudem werden Informations- und Videoüberwachsungsgeräte für Bahnhöhe entwickelt. "Auf diesem Gebiet sehen wir ab 2005 auch die höchsten Zuwachsraten", sagte der Vorstandsvorsitzende. Weitere Geschäftsfelder sind Mobilfunktechnik für Autos sowie Komponenten für Firmen-Kommunikationsnetze. Geliebäugelt wird mit Aufträgen für Bahnhofs-Informationssysteme für die Fußball-WM in Deutschland, auch neue Maut-Geräte und der digitale Polizeifunk seien Themen, hieß es.

Grundner kündigte weitere Übernahmen oder Beteiligungen an. Funkwerk ist mit einer Eigenkapitalquote, die nach einer Kapitalerhöhung auf 61 Prozent stieg, für Zukäufe gerüstet. Im vergangenen Jahr stieg der Auftragseingang des Konzerns um 51 Prozent auf 249,4 Millionen Euro. Zu Jahresbeginn standen in den Auftragsbüchern allerdings nur 74,6 Millionen Euro als Bestand. Zur Begründung hieß es, nur konkret abgerufene Lieferungen würden verbucht. Zudem gebe es mit Autoherstellern Rahmenverträge, die von 2005 an umsatzwirksam würden. (dpa) / (ssu)