Sichere Datenräume für Mittelständler: IntraLinks sucht Partner
Cloud-Storage-Dienste gibt es genug. Nur wenige bieten aber protokollierte Zugriffe, Prozesssteuerung und integrierte Kommunikations- und Collaboration-Tools wie IntraLinks. Das Unternehmen sucht nun in Deutschland Vertriebspartner.
(Bild: IntraLinks)
Das US-amerikanische Unternehmen IntraLinks, das 210 Mitarbeiter beschäftigt und rund 600 Millionen Dollar jährlich umsetzt, ist eigentlich ein Dienstleister für den Finanzbereich: Umfangreiche Firmenaufkäufe erfordern, dass Kaufinteressenten, die oft aus der ganzen Welt kommen, selbst oder über spezialisierte Wirtschaftsprüfer tiefgehenden Einblick in Firmenunterlagen des Kaufobjekts nehmen. Damit nicht ganze Mitarbeiterstäbe zeitraubend und teuer um den Globus fliegen müssen, bietet IntraLinks diesen Unternehmen einen Datenraum im Internet als Cloud-Softwareservice an. Dort können digitalisierte Materialien eingelagert und von berechtigten Personen eingesehen werden. Wer zu was berechtigt ist, bestimmt der Mieter des Datentresors über ein ausgefeiltes Rechtemanagement.
Damit nicht genug. "Bei uns können die Kunden mit zusätzlichen Softwaremodulen ganze Prozessketten, beispielsweise für stufenweise Freigaben, bauen, und so dafür sorgen, dass alle rechtlichen Vorgaben eingehalten werden", erklärt Michael Frauen, der bei IntraLinks für das Geschäft in Deutschland und Zentraleuropa verantwortlich ist. Die Daten über die einzelnen Zugriffe lassen sich am Ende auf ein Speichermedium brennen und dienen dann als Dokumentation, beispielsweise gegenüber Kartellbehörden, vor Gericht oder beim Anwalt.
(Bild: IntraLinks)
Außerdem bietet die IntraLinks-Wolke Kommunikationswerkzeuge an. Dazu kommen weitere Dienstleistungen, beispielsweise ein Übersetzungsservice, der aber separat bestellt und bezahlt werden muss. Mit der Plattform IntraLinks Connect lässt sich die interne Infrastruktur eines Unternehmens, beispielsweise SharePoint, auch über die eigene Firewall des Kunden hinaus ausdehnen.
Auch Mittelständler müssen sicher Information austauschen
Weil nicht nur Großunternehmen und große Akteure der Finanzwirtschaft Daten besitzen, die einerseits von vielen Menschen außerhalb der eigenen Firmengrenzen eingesehen werden, andererseits aber vor allen unbefugten Zugriffen sicher sein müssen, hat der SaaS-Anbieter nun beschlossen, sein Geschäftsmodell auf mittelständische Unternehmen aller Branchen auszudehnen. Dafür wurde auch das Preismodell angepasst: Während der Service bisher ausschließlich nach der Zahl der eingelagerten Seiten kalkuliert wurde, gibt es nun die Möglichkeit, für einzelne Personen Zugriffsrechte auf den Datenraum zu buchen. Das kostet pro Person und Monat um die 40 Euro. Die Mindestabnahmemenge liegt bei zehn gebuchten Zugängen – also einem Mindestumsatz von 400 Euro pro Monat und Kunde. Dabei zahlt der Kunde, der den Datenraum einrichtet, an IntraLinks die Gebühr für alle Nutzer, die auf seinen Raum zugreifen.
Typische Fälle wären etwa eine Anwaltskanzlei, die ausgewählten Kunden den elektronischen Fernzugriff auf wichtige Dokumente eröffnen möchte, ohne dabei die Sicherheit zu riskieren, oder über den Globus verteilte Designteams aus unterschiedlichen Firmen, die an einem gemeinsamen Projekt arbeiten.
Deutsche Behörde vertraut amerikanischem Storage-Service
IntraLinks hat Rechenzentren in den USA, Großbritannien und Asien – nicht aber in Deutschland. Auf den US-amerikanischen Patriot Act und dadurch für deutsche Anwender ausgelöste eventuelle Datenschutzrisiken angesprochen, kontert Frauen: "Da die Daten bei uns ausschließlich verschlüsselt liegen, könnten wir sie selbst, wenn wir müssen, auch nur verschlüsselt herausgeben – abgesehen davon, dass wir noch nicht ein einziges Mal um so etwas gebeten wurden. Wir haben im Übrigen gerade eine deutsche Behörde, die deutsche Treuhand-Liegenschaftsgesellschaft, als Kunde gewonnen." Dass IntraLinks irgendwann auch in Deutschland ein eigenes Rechenzentrum betreiben könnte, will der Manager aber nicht ausschließen. "Das kommt darauf an, wie sich das Geschäft weiterentwickelt", sagt Frauen.
Damit dies schleunigst vonstatten geht, sucht IntraLinks in Deutschland nun 20 bis 30 Partner. Auf dem hiesigen Markt hat das Unternehmen bisher nur direkt vertrieben. "Wir selbst sind aber einfach zu klein, um einen mittelständischen Markt mit eigenen Leuten anzugehen", erklärt Frauen. Der Kernservice von IntraLinks wird dabei als SaaS angeboten, findige Reseller können aber durchaus auch Produktumsatz realisieren. "Dafür bieten wir Plug-Ins für unsere Plattform an, zum Beispiel einen speziellen Filetransfer", sagt Frauen. Gesucht sind Distributoren, VARs und Systemintegratoren. Denen biete man ein derzeit auf dem Markt konkurrenzloses Angebot, ein Channel-Programm, über dessen Details er aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nichts verraten will, und ein eigenes Portal. (map)