Per SIM-Karte am WLAN-Hotspot anmelden

Mit Wi-Fi Roaming sollen sich Mobilfunkgeräte per SIM-Karte an WLAN-Hotspots anmelden können, über die die Geräte anschließend dieselben Dienste und Anwendungen nutzen können wie auch im Mobilfunknetz.

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Von
  • Reiko Kaps

Der Mobilfunk-Branchenverband GSMA und die Wireless Broadband Alliance (WBA) wollen gemeinsam ein Verfahren namens Wi-Fi Roaming entwickeln, mit dem WLAN-taugliche Mobilfunkgeräte leichter Zugang zu WLAN-Hotspots erhalten. Bislang gebe es keinen einheitlichen Weg, solche Geräte in WLAN-Netze einzubinden, heißt es in einer Mitteilung der beiden Verbände. Die Benutzer müssten bislang ein Vielzahl von Parametern wie Passphrase, Benutzerkennung sowie Zahlungsinformationen eingeben.

Wi-Fi Roaming will das vereinheitlichen: Smartphones und Tablets sollen ohne Unterbrechung und ohne viel Benutzerinteraktion zwischen Mobilfunk und WLAN wechseln können. Als Authentifizierungsquelle nutzt das Verfahren die SIM-Karte des Geräts und baut auf dem Next Generation Hotspot Program der WBA, der Passpoint-Certification-Technik der Wi-Fi Alliance sowie auf den bekannten Roaming-Verfahren der GSMA auf.

An ähnlichen Verfahren arbeiten bereits Netzwerk- und Mobilfunkausrüster wie Ericsson (HetNet), Cisco und Motorola – zumeist unter dem Stichwort Data Offloading. Allen ist gemeinsam, dass sie Daten, die zur Mobilfunkauslieferung an Teilnehmer gedacht sind, koordiniert über ein anderes Verfahren zustellen und auch über das Ersatzverfahren annehmen. Für Teilnehmer ist das Data Offloading hauptsächlich wegen höherer Geschwindigkeit interessant. Auch kann die Technik zusätzliche Kosten für die Nutzung fremder Internet-Zugänge wie Hotspots ersparen.

Netzbetreiber vermeiden mittels Data Offloading den Datenstau an Brennpunkten wie Bahnhöfen oder Messen, sichern dort die Verfügbarkeit des Sprachdienstes ab und verbessern die Versorgung in Gebäuden. Betreibern von Mobilfunknetzen und Hotspots bieten sich mit dem WLAN Offloading neue Geschäftsmöglichkeiten. Für das Offloading kommen neben WLAN auch der Kurzstreckenfunk über Femtozellen und WiMax-Übertragungen in Frage, wenngleich beide in Europa kaum verbreitet sind. (rek)